Es war der 25. September 2007. Gestern haben Don und ich die Möbel in das neue Haus gebracht. Trotzdem wir noch nicht verheiratet sind, bezeichne ich Don schon seit einiger Zeit als meine Frau, denn bald wird geheiratet. Die Botschaft in Bangkok stellt mir in den nächsten Tagen auf Grund des vorliegenden Ehefähigkeitszeugnisses noch eine Übersetzung aus. Dafür bezahle ich 50 Euro und dann geht es sofort in Bangkok zum Standesamt Bang Rak und der Fall ist erledigt.
Es ist heiß heute, der Schweiß rinnt in Strömen. Vorhin habe ich beim Auspacken eines Kartons das verschwundene Thermometer gefunden. 37 Grad zeigt es an. Nachher ist das Problem gelöst, denn der Mann, der die Klimaanlage wieder einbaut, hat gut gearbeitet. Das Abbauen in der alten Wohnung und die zwei Klimageräte wieder einbauen hat gerade mal drei Stunden gedauert. Leider können wir derzeit nur das Schlafzimmer und mein Arbeitszimmer kühlen. Für das große Wohnzimmer reicht die Leistung der kleinen Geräte nicht aus. Da muss eine größere Air her. Auf Lager ist aber nur eine für 35.000 Baht. Wir wollen jedoch sparen, denn es stehen noch weitere Anschaffungen an. Es gibt auch eine Air für 25.000 Baht. Die muss allerdings erst bestellt werden. Wir bestellen.
Bei den inzwischen 38 Grad sind wir nun beim Ein- und Umräumen. Dass bei einer Temperatur, wie sie in der Nähe eines Hochofens herrscht wenn er abgestochen wird und das flüssige Eisen herausläuft. Hier wie da braucht der Körper alle Energie, um nur die lebenserhaltenden Funktionen aufrecht zu halten. Bei dieser Hitze auch noch arbeiten? Die Möbel rücken, Dübel setzen und mit dem Schraubendreher hantieren? Meiner Don macht das wenig aus, doch ich Mitteleuropäer bin total kaputt.
Am liebsten würde ich alles stehen und liegen lassen und mich in die Kühltruhe setzen. Das geht leider nicht, denn die eingefrorenen Lebensmittel müssten draußen warten, würden dann fast so schnell wie in der Mikrowelle auftauen und verderben. Also pausieren und ab und zu einen kühlen Schluck aus dem Kühlschrank genehmigen.

Nein, es lag nicht in meiner Lebensplanung ein Haus zu bauen oder zu kaufen, wie es viele Europäer hier in Thailand gemacht haben. Warum auch? Mein gemietetes Haus war vollkommen ausreichend. Fast zentral in Korat gelegen, solide gebaut und kostete 6.000 Baht Miete, also rund 125 Euro im Monat.
Doch dann lernte ich Don kennen und mit ihrem Einzug bei mir wurde ich von Stund an mit dem Thema eines eigenen Hauses konfrontiert. 6.000 Baht Miete, Geld weg, musste ich mir Monat für Monat von ihr anhören und unsere beider Guthaben auf den Sparkonten reichten noch nicht einmal aus, um ein Baugrundstück zu kaufen.
6.000 Baht für Nick, so heißt der Vermieter und 6.000 Baht für Don, das ist das Taschengeld, welches ich Don monatlich gebe, mit dem sie ihr Sparbuch füttert. Das ist genug um ein Haus bei der Bank abzubezahlen, durfte ich mir immer wieder von ihr anhören.
Eines schönen Tages will ich die Sache auf den Punkt bringen, sprich, endgültig vom Tisch haben. Mit unserem zusammengeworfenen Einkommen müssten wir nämlich einige Jahre fleißig sparen, um bauen zu können und dann wird das Theater so richtig losgehen. Grundstück suchen, eventuell auffüllen, Boden verdichten, Architekt und Bauplan besorgen, den zeitraubenden Behördenkram erledigen, Bauarbeiter besorgen, das Baumaterial kaufen und dann Tag für Tag aufpassen, dass alles nach Plan verläuft und Nacht für Nacht aufpassen, dass der Zement und die Steine, sowie die anderen Baumaterialien keine Beine bekommen.
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