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Das Haus für Don

Diese Schilderung wurde gefertigt von Werner333 - im Forum der Website www.ckonly.de

Und nicht nur das Haus als solches muss gebaut werden, da muss eventuell auch ein befestigter Weg her, eine Umfassungsmauer, Wasser und Strom muss ran und das Abwasser muss auch irgendwo hin. Probleme über Probleme sind zu bewältigen, wenn man in eigener Regie baut. Viele Ausländer, die bei dem Kostenvoranschlag für ihr Haus den scheinbar günstigen Rechenkünsten thailändischer Unternehmer vertraut haben, erlebten böse Überraschungen. Alles wurde weitaus teuerer, als geplant war und zum Schluss fehlte das Geld für die Fliesen. Statt einer Klimaanlage gab es dann es einen Ventilator. Gardinen konnten vielleicht später aufgehängt werden und statt schöner Lampen unter der Decke fristen dann für mehrere Jahre einige am Draht hängende Glühbirnen ihr vom Fliegendreck verbrämtes Leben.


Nein, das will ich mir nicht antun. Also sehen wir uns um und finden mehrere Bauträger, die fertige Häuser anbieten. Durchweg stehen deren Häuser auf kleinen Grundstücken, so dass man wenig Arbeit mit der Gartenpflege hat. Fast alle haben drei oder vier kleine Zimmer und eine Küche, die in Anlehnung an eine Puppenstube geplant wurde. Macht nichts, sagt Don. Ein eigens Haus ist eben in ihren Augen ein eigenes Haus und wenn die Haustür nicht richtig schließt, ist das nicht von Bedeutung. Man kann ja einen Lappen in die offenen Ritzen stopfen, dann kommt auch kein Ungeziefer in die Wohnung. Auf einigen schmalen Straßen, die wir sehen, kann man zwar parken, weil der vorgesehene Abstellplatz am Haus bestenfalls für das Motorrad und ein Fahrrad reicht, doch wenn der Gegenüber auch draußen parken muss, darf einer von uns immer woanders hin fahren, wenn ein anderes Fahrzeug die verbleibende Lücke passieren will. 

Eigentlich macht mir die Sache Spaß, denn ich bin der festen Überzeugung, dass weder Dons Bank, noch mein Geldinstitut uns eine Hütte finanzieren wird. Und dann findet Don unser Traumhaus. Das ist ein wirklich akzeptables Musterhaus. Kein mustergültig gebautes Haus, sondern das Vorführhaus einer Baugesellschaft. Das steht in einer im Bau befindlichen Siedlung inmitten von Feldern etwas außerhalb von Korat. Don ist begeistert. Es ist ein schönes Haus in ruhiger Lage und steht sogar auf einem Hügel, so dass hier fast immer ein frischer Wind weht. Da die Zimmer relativ groß sind, fast so wie ich es mir vorstelle, stimme ich zu und Don fällt mir um den Hals.

Abwarten, denke ich und am nächsten Tag gehen wir zu ihrer Bank. Geld? An und für sich kein Problem. Don führt ja hier ihr Sparkonto und das ist für thailändische Verhältnisse recht beachtlich. Doch so viel wie wir benötigen ist nicht drin. Ihr Einkommen ist zu gering und mein Einkommen wird nicht in Betracht gezogen. Bei meiner Bank läuft das gleiche Spiel ab. Ausländer erhalten keine Finanzierung und Don verdient zu wenig.

Don ist traurig und ich freue mich insgeheim darüber, dass das Problem Haus vom Tisch ist. Und dann unterläuft mir altem Esel ein großer Fehler. Um das I-Tüpfelchen zu setzen, erkläre ich Don, dass der Bauträger vielleicht gute Bankverbindungen hat und da vielleicht eine Finanzierung drin ist. Sofort ist Don unterwegs und erklärt der Baugesellschaft, wir würden kaufen, wenn sie uns eine Finanzierung besorgen könnte.

Der Bauträger beißt an und schon am nächsten Tag prüft ein Mitarbeiter der Bangkok Bank unsere Papiere, fragt mich, ob ich bürge und nickt dann strahlend. Offensichtlich geht es, doch er kann nicht entscheiden und auch die Hauptstelle in Korat kann keine verbindliche Zusage geben. Die Sache muss zur Zentrale nach Bangkok. 

Ich ergebe mich etwas widerwillig meinem Schicksal und unterschreibe dutzende Vordrucke. Don strahlt und lässt die weiteren Prozedere ergeben über sich ergehen. Ihr mobiler Shop, den sie morgens in der Nähe von Ya Mo aufbaut und am Abend wieder verschwinden lässt, wird besichtigt. Es werden sogar einige Bildchen von dem kleinen Laden gewünscht und eine Mitarbeiterin der Baugesellschaft erscheint bei uns in der Mietwohnung um zu sehen, ob wir auch so solide leben und eingerichtet sind, wie wir uns bei unseren Besuchen in der Firma immer kleiden. Sogar meine Aufenthaltsgenehmigung wird geprüft und ich darf außerdem meinen übersetzten Rentenbescheid vorlegen. Zwar gehe ich schon auf die Siebzig zu und würde in Deutschland von keiner Bank eine Baufinanzierung erhalten, doch hier bürge ich ja nur und das reicht.

Fünf oder sieben Jahre müssen wir verheiratet sein. Wenn ich dann noch lebe ist Don so alt, dass sie Anspruch auf eine Witwenrente hat und kann damit das Darlehen mühelos tilgen. Vorsorglich schließe ich eine kombinierte Spar- und Risikoversicherung ab, damit Don auch die Hütte bezahlen kann, wenn ich mich frühzeitig davon machen sollte. Sie selbst muss bei der Bank eine Ausfallversicherung abschließen, damit die Bank in ihrem Todesfall an ihr Geld kommt. 

Soweit, so schön. Noch einmal müssen wir bei der Bangkok Bank zur Gesichtskontrolle erscheinen. Don darf erklären, dass sie ihren Laden weiterführen wird und ich darf unterschreiben, dass die monatlichen Zahlungen in Höhe von jeweils 12.500 Baht von meinem noch zu eröffnenden Konto bei der Bank abgebucht werden können. 

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