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Das Haus für Don

Diese Schilderung wurde gefertigt von Werner333 - im Forum der Website www.ckonly.de

Vierzehn Tage später dürfen wir wieder bei der Bank erscheinen. Wie schon bei unseren vorherigen Besuchen gibt es außer Kaffee auch heute wieder freundlich lächelnde Gesichter. Wieder unterschreiben wir unzählige Formulare und dann fahren wir zum Landamt, wo eine Mitarbeiterin der Baugesellschaft bereits auf uns wartet. Binnen einer halben Stunde ist Don als Besitzerin des Grundstückes im Chanot, so habe ich es verstanden, vergleichsweise einem deutschen Grundbuch, eingetragen. Dann geht es wieder zurück zur Hauptstelle der Bangkok Bank in Korat. Hier wird meiner Frau der beantragte Kredit auf ihr Bankbuch gut geschrieben und sie ist für etwa zwei Minuten Millionärin. So lange dauert es, dann ist das Geld dem Konto des Verkäufers gut geschrieben. 

Haben Sie es gemerkt? Wir sind nicht bei einem Notar gewesen, denn diese teuere Institution ist in Thailand unbekannt. Deshalb kann in Thailand auch beim Immobilienerwerb so leicht betrogen werden. Man kauft ein Haus und dann stellt sich später heraus, dass die Eigentumsrechte an dem Grundstück einem anderen gehören. 

Don ist jetzt Hausbesitzerin und nach all dem Hin und Her und der damit verbundenen Aufregung vergisst sie sogar zu strahlen. Als wir etwas später in einem Restaurant etwas essen, ist sie sogar sichtlich niedergeschlagen. Sie musste doch tatsächlich ihr Sparbuch plündern und das ist jetzt abgespeckt. Einige Jahre hat sie mühsam gespart und das schöne Geld ist jetzt futsch. Ich hab mich verdammt anstrengen müssen um ihr zu erklären, dass das Geld nicht weg ist, sondern sie es in einen Vermögenswert angelegt hat. So ganz hat sie das zwar nicht begriffen, doch weil sie Vertrauen zu mir hat, ist sie etwas beruhigt. 

Eine Stunde später holen wir die Hausschlüssel ab und können, nach den hinter uns liegenden aufregenden Wochen, endlich einziehen.

Manch einer wird mich fragen, was ich mir bei der für mich risikoreichen Aktion gedacht habe. Immerhin geht ja ein großer Teil der Mischehen in Thailand in die Brüche und meistens ist der Ausländer der Gelackmeierte. Es gibt sogar Fälle, wo der Farang von vorne herein nur zum Zweck des Hauserwerbs bei einer Thaifrau eine vorübergehende Rolle spielt und er sich bestenfalls durch einen langfristigen Mietvertrag etwas schützen kann.

Mir sind natürlich diese und ähnliche Gedanken auch durch den Kopf gegangen. Doch die Sache ist für mich relativ risikolos. Bislang habe ich Miete gezahlt und da Don ein eigenes Einkommen hat und auf meine bisherige finanzielle Zuwendung verzichtet, bezahle ich jeden Monat nur etwas mehr, als bisher. Da Don die monatlich fälligen Zinsen und die Tilgung aus eigener Kraft nicht aufbringen kann, ist sie eine lange Zeit auf mich angewiesen und so bin ich einigermaßen sicher, dass sie mich nicht raus wirft. Allerdings, verstehen müssen wir uns schon und ich hoffe, dass es gut geht.

Nachdem wir jetzt einige Tage in dem neuen Domizil wohnen, haben mich einige Freunde besucht, die mir teils beim Umzug mitgeholfen, teils aus Neugier oder Interesse einfach mal vorbeigeschaut haben. Alles alte Hasen, die selber schon ein Haus im Isaan gebaut haben. Kanalisation hast Du und auch eine Wasserversorgung, war der meist ausgesprochene Kommentar und so große Zimmer, nein, das mussten wir alles selber anlegen und jedes mal, wenn die Sickergrube voll ist, müssen die Fäkalien abgefahren werden. Wenn es stark regnet, dann fließt nichts ab und die Scheiße steht dann im Lokus, erklärt mir Alfred, der im Reisland gebaut hat. Telefon und Internet kriegst du auch hier draußen? Haben wir nicht, höre ich von einigen im Farmland wohnenden Bekannten.

Dafür haben sie fast alle das große Schreckgespenst in der Nähe, die Familie ihrer Frau. Schreckgespenst ist vielleicht übertrieben, denn schließlich haben die Eltern ihrer Frau ihnen das Baugrundstück gegeben. Doch für einige Ausländer ist die Familie ein Alptraum. Je weniger Geld die Geschwister haben, desto größer ist der Durst der männlichen Verwandten und die Mama der Sippe hat in ihrem Haus und in 200 Meter im Umkreis das alleinige Sagen. Deshalb darf ein Farang nur innerhalb dieses Bannkreises ein Haus für das liebe Töchterchen in den Staub des Isaan setzen. Schließlich hat der ja auch meistens ein Auto, mit dem er die Sippe auch mal nach Korat zum Einkaufen, oder auch nur mal zum Ansehen, was man sich alles nicht leisten kann, in die Stadt kutschieren kann.

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