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Der Pratunam-Market

Am anderen Morgen haben wir das Frühstücks-Buffet knapp verpasst (ging nur bis 10.00 Uhr). Später haben wir es dann ein paar Mal geschafft und es war nicht das schlechteste, allerdings je später man kam, umso kälter die Speisen.

Wir sind dann in die Stadt zum Pratunam-Market gefahren, erst mit dem BTS, den Rest der Strecke per Tuk-Tuk. Zum BTS noch bemerkt: es empfiehlt sich hier der Kauf einer Mehrfach oder Tageskarte (One-day-Pass) für 100 Baht. Im Hotel lag noch ein Promotion-Folder, der einem 10 Baht Rabatt versprach.

Wir haben das Viertel dann abgegrast, ich brauchte schließlich T-Shirts. Die Preis für ein und dasselbe Shirt varieren hier zwischen 120 und 250 Baht. Beim Kauf von 3 Stück habe ich schließlich 240 Baht bezahlt, handeln ist also angesagt... Im Center fiel mir auf, dass sich dort relativ viele Schwarz-Afrikaner aufhielten und in einer Ecke die Geschäfte ausschließlich von ihnen betrieben wurden. Ich schätze mal, es waren Nigerianer. Keiner unter 1,90 m und durchtrainiert.

Bei unsere Rückkehr machten wir am Shop von Ah-Ah, der Schwester von Eh-Eh halt (die jüngste Schwester heißt übrigens Oh-Oh, the alphabetic familie.) Der Shop wurde bald geschlossen und wir sind in der Nähe in einem netten Restaurant eingekehrt. Es hat keine 10 Minuten nach der Bestellung gedauert, bis von meinen Freunden reklamiert wurde, wo das Essen denn bliebe. Wenn die wüssten wie lange man in good old germany manchmal warten muss...

Wir haben an diesem Abend relativ früh das Bett aufgesucht, weil wir am anderen Morgen zur deutschen Botschaft wollten, um den die Sache mit dem Besuchervisa für Eh-Eh klar zu machen.

Besuch der Deutschen Botschaft

Und da wir relativ früh dort auflaufen wollten, um nicht all zu lange warten zu müssen, hieß das aufstehen um 6.00 Uhr. Ist ja fast wie zu Hause, wenn ich arbeiten muss...

Wider Erwarten hat das mit dem Aufstehen auch gut geklappt, sind um 7.30 Uhr ins Taxi gestiegen und haben trotz der relativ kurzen Strecke 20 Minuten gebraucht (Traffic Jam...).

Ich hatte in einem Beitrag schon einmal gelesen, wie es um das „Outfit“ der Botschaft bestellt ist, also war ich vorgewarnt. Von außen hat es den Anschein eines Knast´s, innen alles äußerst schlicht. Nach dem Eingang wird man durch zwei Zuwege, die durch verrostete Ketten getrennt sind gelotst. Die angebrachten Schilder sind einfach und einfachst, „Ausgang“ z. B. ist auf ein Pappschild drapiert. Am Eingang muss der Pass vorgezeigt und die Kamera abgegeben werden, das Handy durften wir behalten. Dann geht es weiter zu einem Schalter mit Trennscheibe. Hier müssen die erforderlichen Papiere (Verpflichtungserklärung etc. pp.) vorgezeigt werden. Bei uns war bis dahin alles in Ordnung, was man nicht von allen Antragstellern behaupten konnte. Im Innenhof weitere Schalter, einige Bänke und Stühle unter dem Dach. Na ja, ich habe nicht das Paradies erwartet, aber irgendwie hat mich das alles an den Innenhof eines Gefängnisses erinnert.

Man bekommt, wie an der Fleischtheke, einen Zettel mit einer Nummer. Wenn diese Nummer auf der Anzeigetafel aufleuchtet ist man dran. Dass die Anzeigetafel an diesem Tag außer Funktion war, hat mich eigentlich nicht besonders überrascht, passte schon...

Trotz des frühen Zeitraumes hielten sich ca. 100 Leute im Hof auf, davon bestimmt 90% Frauen, die allein aufgelaufen sind, aber auch einige Paare. Manche Männer spotten, altersunabhängig, jeglicher Beschreibung: ärmelloses Shirt, durchgeschwitzt bis zum Bauchnabel, Bermudas, Badelatschen und im Gesicht deutlich die Spuren des Suffs der letzten Nacht oder Jahre... Ich habe vorgezogen, mich „ordentlich“ anzuziehen, was ich eigentlich sonst eh tu, hatte ich es doch mit einer deutschen Behörde zu tun...

Schließlich kamen wir in das Gebäude am Ende des Hofes, wo wir unseren Antrag vorlegen konnten. Es gibt dort fünf Schalter. Schalter 1 „Sonderfälle (da wäre ich richtig als Sonderling...), dann „Business-Visa“, „Besucher-/Schengen-Visa“. An den Wänden von Schalter 1 bis 3 befinden unterhalb der Talk-Zone Schmutzspuren. Ich vermute mal hervorgerufen von den Tritten enttäuschter Antragsteller. Dann endlich unser Aufruf, Vorlage der Dokumente, zum Glück als vollzählig akzeptiert.

Dann kam das berühmte Interview, in thailändisch von einer Thailänderin geführt. Das fand ich für Eh-Eh schon mal positiv, hatte sie doch einen gewissen Bammel vor den Fragen eines Farang-Beamten. Die Fragen fingen ganz belanglos an, „seit wann und wie kennen Sie sich, seit wann persönlich?“ Fehlanzeige bei Eh-Eh (und ich dachte immer Männer vergessen Jahrestage...) Der 12.12.2003 war es, kann man(n) sich doch merken... Dann Fragen an mich, „sind Sie Deutscher“ (häh, warum sollte ich dann hier sein? Habe ich natürlich nicht gefragt, sondern höflich geantwortet), „wie oft waren Sie schon in Thailand?“, „dieses ist das zwölfte Mal“, was ein Hochziehen der Augenbrauen zur Folge hatte. Ich habe dieses als positiv verbucht. Dann wurde Eh-Eh wieder befragt, auf Thai und ich habe natürlich nichts verstanden. Später hat sie mir erzählt, dass es hauptsächlich um finanzielle Aspekte ging.

Nun, dann waren wir durch mit der Befragung und haben einen Zettel, mit Nummer, bekommen. Wir durften zwei Tage später noch einmal zu weiteren Fragen bzw. der Verkündung des Ergebnisses kommen.

Bloß raus hier! Wir waren um kurz vor acht Uhr dort und sind um viertel vor zwölf wieder raus. Einen Tag vorher hatte ich nach unserem Bummel am Pratunam-Market noch ein villenähnliches Gebäude mit nettem Garten erblickt. Das war die indonesische Botschaft, ach so...

Als ich wieder auf der Straße war, musste ich erst einmal tief durchatmen und das bei Bangkoks Luft, aber zu bedrückend war der Aufenthalt in „meiner“ Botschaft.