Aus der Presse:
Berliner Morgenpost
Heu-Schreck lass nach!
Insektengerichte: Die Neuheit für mutige Gourmets
Von Stefan Schulz
«Okay, es sieht schon super-eklig aus,
aber es schmeckt tatsächlich», sagt Lars Scheuble.
Nicht gerade eine Vertrauen erweckende Ansage für einen
Chef-Koch. Dabei geht es nur um Heuschrecken, Grillen und Mehlwürmer.
Nur? Mehr als eine Milliarde Asiaten erfreuen sich an den Leckereien,
doch bei uns sind sie bisher verpönt. Der 27-Jährige
hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, uns von der Schmackhaftigkeit
der eiweißreichen Nahrung zu überzeugen. «Ich
habe die Insektengerichte europäisiert und sie zu einer
Quiche, einem Salat und einem Cous-Cous verarbeitet.»
Gereicht ab sofort als Zugabe zum Speiseplan im Restaurant «Soda»
in der Kulturbrauerei, Knaackstraße 97 (Prenzlauer Berg).
Schuld daran ist eine Urlaubsreise des gebürtigen
Schwaben Scheuble ins ferne Thailand. Straßenverkäufer
hatten ihm frisch gegrillte Heuschrecken angeboten. Man isst
sie dort als Snack aus der Tüte - wie Pommes, nur mit Zitrone
statt mit Majonäse oder Ketchup. «Das kannst du auch»,
sagte sich Scheuble und suchte sich einen Zuchtbetrieb in Holland.
Der beliefert ihn jetzt wöchentlich mit einem Kilo Mehlwürmer,
200 Heuschrecken und 200 Grillen. Lebenden selbstverständlich.
Denn die kleinen Plagegeister, die sich vor Gier auch gerne
gegenseitig verspeisen, sollen ja frisch bleiben. Aber keine
Angst: Bevor sie in die Pfanne kommen, werden sie schockgefroren.
Lange genug, dass sie auch wirklich tot sind, verspricht Scheuble.
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