Ein Fremder
im Dorf
von Kali
Von Einem, der auszog,
das Dorf seiner zukünftigen Frau kennen zu lernen.
Da stand er nun, der Fremde oder 'Farang',
wie sie von den Einwohnern des Dorfes genannt werden ( das Dorf,
zwar geographisch in Thailand eindeutig der Nähe zur laotischen
Grenze zugeordnet, für ihn aber am Ende der Welt liegend
) – und staunte einfach nur...
Bis zur Landung in der Bezirkshauptstadt war für ihn die
Welt eigentlich noch in Ordnung. Bis zur Landung eben gehörte
er noch zu dem, was man leichtsinnigerweise als Zivilisation
bezeichnet. Noch im Flieger gab's internationale Zeitungen,
einen Mix aus Landessprache, englischen und französischen
Lauten, da fühlte er sich noch relativ geborgen, schwanger
mit der Möglichkeit, stehenden Fusses eine Kehrtwendung
machen zu können.
Pickup und Verwandte warteten schon am Flugplatz, um ihn und
die Frau, welche die Absicht hatte, ihm ihr Dorf, ihre Familie
und ihre Nachbarn und Freunde vor zu stellen, in das Dorf zu
fahren, das nur 35 km von der Bezirkshauptstadt entfernt –
aber eben doch am Ende der Welt liegt. Und was war das überhaupt
für eine Sprache ? Ist das überhaupt Thailand ? Pfiffig,
wie er war, hatte er versucht sich vorzubereiten, hatte Vokabeln
gepaukt, um nicht ganz so dumm da zu stehen. Doch von dem, was
um ihn herum während der Fahrt in das Dorf so gesprochen
wurde, verstand er nicht das geringste. Nun, vielleicht war's
so eine Art Geheimsprache, mit der alle Fremden erst einmal
verwirrt werden sollen.Der Weg führte über ein Gemisch
von ausgebauter Landstrasse und einer Art Feldweg, in dem vermutlich
selbst die Wasserbüffel so ihre Schwierigkeiten hatten.
Zuhause angekommen, tat man erst einmal so, als hätte man
sich gerade erst gestern verabschiedet.