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Das war der erste Tag von dem, was immer wieder neue Überraschungen bereit hielt, für ihn, den Farang, der eigentlich 'nur mal gucken' wollte, wie denn die Frau, die er mit ziemlicher Sicherheit zu sich nach Hause holen wollte, so lebte, wie sie Kontakt mit ihrer Familie, mit ihren Nachbarn und ihren Freunden hielt. Und sie war präsent, die Familie, die restliche, die Mutter, die drei erwachsenen Kinder, die Schwägerin, die eben auch ihren Mann verloren hatte. Doch das war gestern, hat keine grosse Bedeutung mehr, der Hunger ist gegenwärtig, und nicht nur der Hunger nach Nahrung. Da ist auch noch ein anderer Hunger, der nach Sicherheit, nach Geborgenheit, nach einem Mann, damit man nicht alleine durchs Leben gehen muss. Und auf diesen – potentiellen – Lebensgefährten wird geachtet, den lässt man auch nicht alleine durchs Dorf laufen. Vielleicht glaubt er's ja, dass man Angst hat, dass er von den verrückten Auto- und Mopedfahrern erwischt wird. Er muss nicht alles wissen, denn andere haben diesen Hunger auch, und die sind z.T. wesentlich jünger und hübscher. Es ist nicht verkehrt, ein Auge auf das zu haben, auf das andere eben auch ein Auge haben. Und er soll sich wohl fühlen, es gibt keine Arbeit für ihn, die zu tun wäre, dafür bin ich da.

Opa Pan – ein Freund der Familie – war übrigens angetan von diesem Fremden, der nicht nur ein paar Baht für einen Begrüssungsschluck übrig hatte, nein, der auch ein paar Brocken Thai sprach, einer von denen, die sich nicht zu schade sind, sich, auch wenn's nicht gerade angenehm war, auf den Boden zu setzen. Und Opa Pan hatte Mitleid mit dem Fremden, sprach nicht nur diese ortsübliche Geheimsprache, sprach ein reines Bangkok-Thai, das das R wie ein Donnergrollen rollen lässt. Er war's zufrieden mit der Wahl dieser kleinen Frau, der er in der Vergangenheit öfter zugehört hatte, wenn sie ihr schweres Herz bei ihm ausschüttete – und diese kleine Frau war's ebenfalls zufrieden, dass Opa Pan zufrieden war.