Die Geister
im Bambusdickicht
von Man-Gon-Jai |
 |
Sicher kennt ihr ein Bambusdickicht. Fast haushohe
Bambusstäbe wachsen hier dicht an dicht. Das Ganze wird
durch eine Menge von Schlingpflanzen verstärkt. Einige
ältere Bambusstäbe wachsen noch über das Dickicht
hinaus und bilden dort eine Art Krone. Ein solches Dickicht
ist für Menschen und größere Tiere nahezu undurchdringlich.
Selbst starken Elefanten bleibt der Zugang zu solchen "kleinen
Dschungeln" verwehrt. Kleine Tiere wie Schlangen, Echsen,
Mäuse usw. fühlen sich in diesen Gestrüppen jedoch
recht wohl. Meist sind es kleine Dickichte, nur wenige Meter,
die man in Thailand findet. Es gibt sie jedoch auch mit mehr
als 100 Metern Seitenlänge.
Ein solches Bambusdickicht befindet sich nicht weit hinter
der Hütte von Jindis Eltern. Geister leben darin! Das wurde
mir schon immer erzählt. Bei meinem jetzigen Aufenthalt
habe ich mich dann einmal näher nach diesen Geistern erkundigt.
„Es sind die Geister der Verstorbenen“, berichtete
Jindi. Ihr Vater nickte bedeutungsvoll. Man sah wohl meinem
Gesichtsausdruck an, dass ich dieser Erklärung nicht ganz
glaubte, denn Jindi bemühte sich, mir zu versichern: „Schan
mai gohok, fang löi läo – Ich lüge nicht,
ich habe sie selbst gehört.“
|