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Kreuzberg, Samstagmorgen gegen 09:30, der Muezzin hatte bereits was gesagt, heute ist’s Hermann durchgegangen, die Nacht war doch ziemlich anstrengend. Von dem Sechser-Pack war auch nichts mehr übrig, der fahle Geschmack in seinem Mund war wohl intensiver als er vorher angenommen hatte.

Mit recht verquollenen Augen stand er auf, stolperte ins Bad und sah’ sein zermatschtes Konterfei erst einmal etwas desorientiert im Spiegel an. "Morjen,’ dachte er, "kennen wir uns ?’. Blase entleeren, Zähne putzen, Rasieren – alles ziemlich schleppend. 20 Minuten später saß er unlustig vor seinen drei Spiegeleiern, die er sich auf die Schnelle in die Pfanne gehauen hatte, einen Kanten Brot in der Linken, mit stierem Blick dem aus der Kaffeetasse steigenden Dampf nachblickend versuchte er den Tag ins Auge zu fassen. "Na ja, ruf’ ich gleich den Paul an, soll mich holen kommen, dann noch schnell was für On besorgen, will ja nicht mit leeren Händen kommen.’ mit diesen Gedanken im Kopf griff er zum Hörer. „Moin, Paul...“ „Jou...“ „Hör, Alter, kannst Du mich abholen ? Würde gerne heute bei Euch vorbeikommen, wenn’s nichts ausmacht.“ „Jou, mok wi, bin gegen clock 11 doa...“

Hermann sah’ auf die Uhr, 10:15...’Na, kann ich noch was beim Fleischer besorgen...’ Waren nur 5 Minuten zu seinem Stammmetzger, noch’n kleiner Laden, hatte so was Tante-Emma-Mäßiges. „Mojn,“ der Laden war noch leer, hatte er Glück gehabt. Manchmal war’s schlimmer als beim Friseur, die Morgenzeitung konnte man sich in der Regel sparen. „Morje,“ strahlte ihn Frau Schipanski, die Fleischergattin an, “na, wieder versackt ?!“ Hermann ignorierte diesen überholten Spruch: “Ich hätte gern `n Viertel Hühnerleber...“ „Für’ne Suppe ?“ „Neee, für’n Hund...“ „Na, da hätte ich doch was Besseres...“, flötete sie, schob ihre 106 Kilo durch die Tür ins `Private’ und kam mit einer kleinen Plastiktüte wieder raus, “hier, das mag er bestimmt. Vom Schwein. Neee, lassen’se ma’, als Hermann seine Geldbörse ziehen wollte. “Tja, denn tschüs auch...“

Wieder zuhause, wartete er gleich vor der Tür auf Paul, der gegen 11:10 h bei ihm eintraf. Die Fahrt über Potsdam, Caputh nach Ferch verlief recht schweigend – in Caputh hatte sich einiges verändert, ganz schön aufgepeppt. In Ferch einlaufend, ging’s dann li. gleich eine recht steile serpentinenartige Straße – mehr mit Feldwegcharakter – hoch, und da waren sie dann, an dem ehemaligen Häuschen des russ. Generals, der die Wende verpennt hatte, und das nun Paul, unser Ostfriese, sein eigen nannte. Ein hübsches kleines Häuschen – ca. 8 x 3 im Quadrat, allerdings auf 600 Quadrat Grundstück. Die Garage gleich zur Linken an der Straße, zu Zweidrittel fast bunkerartig in den Berg eingelassen. „Schön hass’s hier...“, meinte Hermann, nachdem er einen Blick aus dem kleinen Küchenfenster geworfen hatte...

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