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Hermann hatte über seine Internetbekanntschaften aus diesem Thailandforum bereits ein Paar Filme und ein bißchen Volksmusik bekommen, die er selbstverständlich bei Paul deponierte, weil sie sich sowieso in letzter Zeit meistens bei ihm aufhielten. Und so saß man öfter vor der Glotze und sah' sich diese schönen Filme an. Natürlich wurde bei diesen Gelegenheiten auch dieses typisch thailändische Naschwerk gereicht:


...kleine, saure Ameisen, die so klein gar nicht sind, anständig gesalzen, halten sie sich jahrelang. Sieht aus wie brauner Kaviar auf Beinen...

Am intensivsten wurde ihnen die tief empfundene Freundschaft deutlich, wenn sie dann aus gemeinsam Erlebtem schöpfen konnten. Eines Abends stieg sowohl Paul als auch Hermann ein wohlbekannter Duft in die Nase. Sie konnten's noch nicht einordnen, spürten aber, fühlten es förmlich, daß da was Verbindendes war, was da unbekannterweise zu ihnen aus der Küche ins Wohnzimmer gekrochen kam:

"Die Kieler Sprotten...", kam's wie aus einem Munde, und vor lauter Rührung fielen sie sich in die Arme, jeder von beiden dieses erhebende Gefühl im Bauchbereich, daß da was auf Ewigkeit geschmiedet worden war. "Ich hätte sie man aufheben sollen...", meinte Paul nur, sich die letzten Tränen verschämt aus den Augenwinkeln wischend, "hätte ich On sicher 'ne Freude mit gemacht."

So saßen sie häufig zusammen, Hermann erzählte von seinen Erlebnissen auf'm Fundbüro, mehrmals von Pauls pfiffigem "Jou." unterbrochen, On saß lächelnd dabei, um auch sofort zu reagieren, wenn Paul ihr mit verliebtem Blick ein neckisches: "Du holen Bier..." zukommen ließ. Mit einem zart dahingehauchten "Kha.." glitt On in die Küche, in einer Weise, die jedem Mannequin zur Ehre gereicht hätte. "Sie spricht schon," meinte Paul, "ein wenig Deutsch." , worauf hin Hermann krampfhaft überlegte, welches Geheimnis denn mit diesem 'Kha' verknüpft wäre, hörte sich allerdings ziemlich zustimmend an.

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