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"Wenn wir aus Thailand zurückkommen tun, wollen wir heiraten. Die Papiere machen wir da unten dann fertig. Dann geht se auch in'n Deutschkurs. Muss ja auch alleine hier klarkommen."

Dem geneigten Leser werden jetzt Pauls Bemühungen um das Hochdeutsche ins Auge fallen. Er ist ganz schön clever, hat sich gedacht, wenn schon, dann soll On schon ein vernünftiges Deutsch lernen. "Leessn kannse auuch scho," ergänzte er noch, nachdem er sich ein Löffelchen von dem Original-Thai-Naschwerk nachgeschoben hatte, "meinte, die Kontoauszüge sähen genau so aus wie in Thailand."

Was er Hermann allerdings verschwieg, waren seine Sorgen um die angeblich noch ausstehende Gebühr bei dem Vermittler – der hatte ja bis neulich überhaupt nichts davon gesagt -, und auch die wesentlich erhöhte Telefonrechnung, vermutlich war das wieder so'n Hacker, der auf seine Kosten mal eben in 3 Wochen für 233,42 € telefoniert hatte. Muß er auch noch zur Telefongesellschaft. Aber sparsam ist die On ja, und so weitblickend. Hatte eine Freundin aus Berlin angerufen – ja, sie ist sehr kontaktfreudig, seine On -, und hat sie gleich das Angebot dieser todsicheren Lotterie angenommen. Zahlt nur 200 € im Monat ein und bekommt nach 2 Jahren einen ganz schönen Batzen raus. Er streckt ihr das erst einmal vor, will sie ihm dann von dem Lotteriegewinn zurückzahlen.

So liefen denn die Tage dahin. Hermann hatte sich schon eingekleidet, ein paar Bermudas, und beim Aldi hatten sie einen Sonderposten Hawai-Hemden, ein paar Birkenstock-Sandalen – soll ja ganz schön heiß sein, wenn sie dann nach Thailand fahren. Mit dem Ticket hatten sie Glück gehabt. Kommen zwar Ende Juli noch ins Warme, aber man fährt ja auch nicht so oft dorthin. Regnen soll's auch dann schon mal, na ja, wird er eben seinen Knirps noch einpacken müssen. Etwas aufgeregt is' er ja schon. Paul überlegt derweil, wie er On verklickern soll, daß er ja gerne auch ein paar Tage nach Pattaya möchte. 'Nur mal gucken', bereitet er sich gedanklich darauf vor, 'habe da noch ein paar wichtige Gespräche beim Stammtisch in der Susi-Bar. Is' man nich' einfach.'

On macht sich nicht so viele Gedanken. Hat ihrer Schwester schon Bescheid gesagt, daß die beiden Mädels denn solange zu dieser gehen, die Eltern sind in der Zeit bei Mutters Schwester, so kann da schon mal nichts passieren. Und so denkt sie schon mal, auf Thai natürlich: 'Nur gut, daß wir damals nicht auf'm Ampö: geheiratet hatten. Gibt also mit den Papieren keine Probleme. Muß nur den Djaeb von der Bank erwischen, daß der sich nicht verquatscht. Die Nachbarn halten sowieso den Mund.' Dann überlegte sie noch, wen sie denn alles zur Abschiedsparty nach Ferch einlädt, muß nächste Woche passieren, in 14 Tagen fliegen sie ja. Sie denkt allerdings nicht oft drüber nach, erst mal noch ein bißchen Thai-TV, Paul hatte selbstverständlich fix den Anschluß geregelt.

Jeder hing seinen Gedanken nach, regelte noch das, was zu regeln ist, und so werden wir sehen, wie sie die nächste Zeit in Thailand verbringen.

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