Auch das wurde denn geklärt
und man befand sich auf dem Weg mit dem Taxi zum Bahnhof, zum
'Hua Lamphong', weil, mit einem Ticket für den Flieger
nach Udon Thani war nichts mehr – ausverkauft. Man war
sich übrigens rasch einig geworden: Hermann wollte eigentlich
erst mal ans Meer, Paul nach Pattaya und On erst in ihr Heimatdorf
(muß ja schließlich was klären). Also fuhr
man erst nach Ban Thep Ili:. "Bangkok hat man zwei Bahnhöfe,
wir müssen zu dem." Pauls fundiertes Wissen über
Thailand, seine Menschen und insbesondere über die Struktur
der öffentlichen Verkehrsmittel faszinierte Hermann immer
mehr. Daß On die ganze Zeit auf'm Flugplatz mit etwas
gesenktem Kopf und unsicher um sich blickend in ihrer beider
Windschatten hinter ihnen her stiefelte, blieb ihnen verborgen
– zu sehr waren sie mit diesen exotischen Eindrücken
beschäftigt.
Am Bahnhof angekommen, sprangen On und Paul aus dem Taxi, die
Begleichung der Rechnung freundschaftlich Hermann überlassend.
Ziemlich Betrieb, zwei Uniformierte ließen den Fahrgästen
gar nicht großartig Zeit zum Nachdenken: "Maa maa
leo leo," (`Bei dem Stress würde ich auch nach meiner
Mami rufen...’) ging's in einem fort, nicht nur die Taxigäste,
auch die Gepäckstücke flogen mit einem Zahn auf den
Bürgersteig, als gälte es einen Rekord zu brechen
– und weg waren sie, die Taxen.
Nun zeigte sich erneut, was ein eingespieltes Team bewirken
kann: Während On bereits das Gepäck von allen in zwei
Schüben an den Rand in Sicherheit gebracht hatte, versuchten
Hermann und Paul sich erst einmal einen Weg zu ihr zu bahnen
um zu verschnaufen. "Ich müßte mal," meinte
Hermann, etwas unruhig von einem Bein auf's andere hüpfend.
"Ich auch...", wobei Paul so ganz nebenbei bemerkte,
daß auch in Thailand alles teurer geworden wäre.
Selbst die Pissoir-Preise wären um 50 % gestiegen, von
2 auf 3 THB.
Nun gut, es war noch Zeit – Ticket für alle (Schlafwagen-Nachtzug
nach Nong Khai) bekommen, bis zur Abfahrt noch gut 7 Stunden.
Man schlenderte ein wenig durch die Bahnhofsgegend, auch mal
aus'm Bahnhof aus und mal um'n Block. Im Snack in der Bahnhofshalle
mußte man sich einzelne Bons für die Zusammenstellung
der Mahlzeit an einer Kasse besorgen, woraufhin Hermann etwas
irritiert von sich gab: "Darf ich jetzt nur essen, wenn
ich was gewonnen habe ?". Um sich ein wenig zu lüften,
setzte man sich auch schon mal vor den Haupteingang, wobei Hermann
denn auch mit dieser typischen Thai-Inhalations-Methode vertraut
gemacht wurde. Die Spezialisten nehmen den Inhalator selbst
zum Schlafen nicht aus der Nase.

Daß man alle halbe Stunde von wichtig aussehenden
uniformierten Menschen vertrieben wurde, tat der frisch erlebten
Exotik keinen Abbruch.
So zog man denn, nachdem man einige Übungsstunden in praktizierter
Gelassenheit absolviert hatte, mit Gepäck zum Bahnsteig
– es dunkelte bereits ein wenig - , um sich noch ein wenig
an dem Treiben in und um den Zug herum zu erfreuen.
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