Viele
lasen nun, nicht nur hier, die Geschichte "....oder:
Wie man sich gerne mißversteht ! " in einenm
grossen Forum, in einem kleinen aber feinen Forum, auf einer
Thailandwebsite .... oder sonstwo. Diese Geschichte, oder ist
es eine Schilderung (?), rief eine Menge Resonanz hervor. Kali,
entschloss sich nun, gerade vielleicht auch wegen dieser Resonanz,
weitere Begebenheiten aus dem Leben von Hermann,
Paul und On
zu schildern. Fiktiv ? Wahrheit oder Spiegel ? .... der Leser
möge selbst entscheiden !!!!!
Vorstellung - Who is who ???
Hermann, unser Mittfünfziger,
56, um genau zu sein, war bis zu seiner Frühpensionierung
im Dezember 2001 Beamter des mittleren Dienstes (zuletzt in
der Besoldungsstufe A 7, durfte im amtlichen Schriftverkehr
also den vielverheißenden Titel eines Stadtobersekretärs
führen) beim Senat in Berlin im Ordnungsbereich tätig.
Die letzten fünf Jahre bis zu seinem Ausscheiden war er
mit der komplexen und verantwortungsvollen Materie des Fundwesens
befaßt, sprich: er verwaltete das umfangreiche Lager des
Fundbüros.
Kein leichter Job, erforderte er doch ausgeprägtes
Fingerspitzengefühl im Umgang mit mitunter verzweifeltem
Publikum, das ihn flehentlich um die Wiederbeschaffung verloren
gegangener Beißhilfen bzw. sich selbständig gemacht
habender Bruchbänder anging. Mitunter war er allerdings
seinen Vorgesetzten ein Dorn im Auge, wenn er denn schon mal
das Photo eines Gebisses in der Zeitung veröffentlichen
oder ein solches bei der Polizei öffentlich zur Fahndung
ausschrieben ließ.
Er nahm seine Aufgabe ernst, sein Slogan war:
"Hast Du Dein Gebiss verloren, liegst halt Hermann in den
Ohren..." Die Pension eines Stadtobersekretärs ist
nicht weltbewegend, doch da legt Hermann keinen großen
Wert drauf. Er ist glücklich, wenn er schon mal den ein
oder anderen seiner ehemals Hilfesuchenden in der Stadt trifft,
der ihn freundlich anlächelt, und er sich dann sagen kann:
"Siehst, Hermann, das hast Du wiedergefunden..."
Übrigens hat Hermann auch 'ne kleine Mietwohnung,
immerhin zweieinhalb Zimmer im Souterrain, in Kreuzberg –
er liebt einfach dieses Multikulturelle -, und wenn er morgens
den Muezzin was rufen hört, dann kommt so was wie Urlaubsstimmung
auf. Ein Auto hat er allerdings nicht. "Radfahren hält
jung," antwortet er, wenn er drauf angesprochen wird. Daß
er nach einem Besuch bei Sonja die Fleppe vor drei Monaten abgeben
mußte, neee, da redet er nicht so gerne drüber.
1 |
|