Eine
kurze Reise
von Mang-gon-Jai
Ich habe nicht in meiner Hütte
in Jindis Dorf gewohnt. Die Gründe dafür waren, wie
schon so oft, Probleme mit ihrer Familie, die mich immer noch
für einen Goldesel halten und sich herzlich bemühen,
mich auszunehmen.
Vielleicht erkläre ich euch erst einmal, wie es zu diesen
Spannungen kam.
Als mich Jindi erstmals ihrer Familie, besonders ihren Eltern,
vorstellte, war bereits das ganze Dorf über mich informiert
worden. Wie mir später ein Nachbar erzählte, hatten
Jindis Eltern im Dorf verbreitet, endlich habe Jindi einen „dummen“
Farang gefunden, der viel Geld besäße. Er, der Farang,
verdiene so viel Geld, dass sie bald ein neues Haus bekämen
und der Alte (Jindis Vater) brauche nie wieder zu arbeiten.
Diese Hoffnung erwies sich jedoch als Trugschluss, denn ich
hatte damals schon etliche Jahre „Thailanderfahrung“
und hatte alle Fehler schon hinter mir.
Es gab also kein Geld. Das nahm man mir recht übel und
ich wurde als Kii-niao angesehen. Mit diesem Titel kann ich
jedoch leben.
Wir kauften ein Haus in Jindis Dorf. Dieses war leider nicht
weit genug vom Haus ihrer Eltern entfernt. Das hätte ich
besser überlegen sollen, das bereitete Probleme. Zum Beispiel
fuhr ich morgens etwa 40 Km zum Big-C Markt und kaufte unter
Anderem einen Karton Chang-Bier. Wenn ich mich dann am Abend
auf ein schön kühles Bier freute und ich mir eine
Flasche aus dem Kühlschrank holen wollte, war keins mehr
da. Das gesamte Bier hatte Jindis Familie getrunken. Mich zu
fragen, kam denen natürlich nicht in den Sinn.
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