zurück
 
 
 

Es gibt viele solcher Punkte, die im Laufe der Zeit dazu geführt haben, dass das Verhältnis von Jindis Familie zu mir recht gespannt ist. Im Grunde ist es immer das Gleiche: Geld.

Buddha sei Dank hält Jindi dabei ganz fest zu mir, was ihr mit ihrer Familie ebenfalls Probleme einbringt. Hier noch ein Beispiel: Der Alte besuchte mich am frühen Morgen, es ist ja nicht weit, etwa 100 Meter. Wenn er mich am frühen Morgen besucht, braucht er in der Regel Geld.
Als Erstes gab er Jindi den Auftrag, ihm Bier zu servieren. Da ich morgens kein Bier trinke, hatte ich versäumt, ihm Bier anzubieten und nur nach Kaffee gefragt. Dann versuchte er auf sein Thema, Geld, zu kommen.

„Ich leihe dir nichts mehr“, sagte ich. „Ich bekomme es ja doch nicht wieder zurück.“ Er nickte. „Wenn ich ein paar Enten hätte, könnte ich selbst viel Geld verdienen. Ich könnte Enten züchten und dir das Geld recht bald zurückgeben.“ „Ich soll dir also Enten kaufen?“ „Nein, gib mir das Geld, kaufen werde ich sie dann allein. Ich kenne einen guten Entenzüchter im Nachbardorf.“ „Wie viele Enten brauchst du?“ „Fünf würden für den Anfang reichen.“ Fünf Enten zu finanzieren war für mich sicher kein Problem. Ich wollte ihm aber nicht das Geld dafür geben, sondern die Enten selber kaufen. Genau das sagte ich ihm auch.
Es ergab sich eine lange zähe Verhandlung. Er wollte keine Enten, er wollte Geld. Ich war bereit, fünf Enten zu bezahlen, wollte ihm aber nicht das Geld geben.

Schließlich unterbreitete ich ihm mein „letztes“ Angebot. „Du gehst dir die Enten aussuchen und sagst dem Verkäufer, dass ich sie bezahlen werde. Ich bin sicher, dass der Verkäufer sie dir geben wird.“ Er überlegte lange, schließlich nickte er zustimmend. Er wusste, dass ich nicht weiter nachgeben würde. Mich hätte der verschmitzte Zug um seine Mundwinkel stutzig machen sollen.

Am nächsten Tag teilte er mir mit, er habe 5 Tiere geholt. Er teilte mir die Adresse des Verkäufers mit und ich machte mich mit Jindi auf den Weg, um zu bezahlen (ich muss Jindi bei solchen Transaktionen bei mir haben, denn in unserem Dorf wird fast ausschließlich laotisch gesprochen und das verstehe ich sehr schlecht).

Ich dachte, mich tritt ein Pferd, als ich den Preis für die Tiere erfuhr: 15.000 Baht! „Bist du verrückt?“, fragte ich den Verkäufer. „15.000 Baht für 5 Enten? Das sind ja 3.000 Baht für ein Tier!“ „Wieso Enten?“, fragte mich der Verkäufer. „Ihr habt 5 Schweine gekauft.“ Ich war kurz davor, die Familie des Käufers und Verkäufers auszurotten. Jindi weinte vor Scham und entschuldigte sich für ihren Vater. OK, ich habe bezahlt und seit dem hat der Alte fünf Schweine. Stimmt nicht ganz – von Zeit zu Zeit verkauft er eins der Tiere.