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Und diese Mee sah ich jetzt hier, in einer Barstraße in Patong, dem Sündenbabel überhaupt.

Mee zuckte zusammen, als sie mich sah. Sie hatte mich erkannt. Schnell wandte sie den Kopf um mich nicht ansehen zu müssen. So verdiente Mee also das viele Geld. Langsam ging ich weiter, setze mich an eine der zahlreichen Bars und bestelle ein Bier. Ich wollte Mee nicht in Verlegenheit bringen. Eins der Bargirls setzte sich zu mir und wir kamen ins Gespräch.

Warum ich Thai sprechen kann, wollte sie von mir wissen. Ob ich mit einer thailändischen Frau verheiratet bin, war ebenfalls von Interesse und wie viele Kinder ich habe. Dann tippte mir jemand auf die Schulter.
„Sawadii khaa, Phoo Mang-gon Jai – Guten Abend, Vater Mang-gon Jai.“
Es war Mee. Eine recht hübsche Thailänderin stand vor mir. Sie trug hautenge Jeans und ein ebenfalls hautenges T-Shirt, welches offensichtlich ihre Brüste deutlich zur Geltung bringen sollte. Auch mit dem Schminken hatte sie es etwas übertrieben. Gar nicht zu dieser Aufmachung passend war der tiefe Wai , den sie vor mir machte.

„Du hast mich erkannt an der Bar, nicht wahr?“
„Ja, setz dich. Möchtest du etwas trinken?“
„Ein Wasser.“
Sie setzte sich zu mir, ihr Wasser wurde serviert. Sie nahm einen großen Schluck von ihrem Wasser und schien zu überlegen. Offensichtlich wusste sie nicht recht, wo sie anfangen sollte. Dann begann sie schließlich zögernd:

„Du hast mich gesehen. Du weißt jetzt, welchen Beruf ich ausübe. Ich bin kein Kindermädchen. Ich arbeite nicht in Bangkok. Ich bin ein Bargirl, eine „Galii“, eine Prostituierte. Ich weiß, was du von mir denkst und ich befürchte, dass du es in unserem Dorf erzählen wirst.“ „Ich werde nichts erzählen“, antwortete ich ihr. Langsam schüttelte sie den Kopf.
„Ich habe Angst, dass du es erzählst! Wenn es die Leute in unserem Dorf wissen, kann ich dort nicht mehr leben! Ich werde mich umbringen!“
Es schien ihr ernst zu sein.

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