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Doch glücklich sind die meisten nicht. Im Bewusstsein ihrer niedrigen sozialen Stellung haben sich viele Chao´le der Resignation und dem Alkohol ergeben. Wer z.B. die Siedlung auf Ko Siray besucht, spürt die allumgebene Monotonie im Ort und die Isolation vom wohlhabenden Thai-Leben. Eine verblüffende Parallele mit dem Schicksal, auch in ihrem Äußeren, der australischen Ureinwohner.

Die Provinzregierung versucht, die Chao´le zu integrieren, und dazu gehört auch die Teilnahme der Kinder am Schulunterricht, der in Thailand sechs Mindestschuljahre umfasst. Viele Eltern aber, die zum Teil kaum Thai, sondern nur ihre Sprache sprechen, versagen ihren Kindern den Schulbesuch und somit eine zukünftige Perspektive in der thailändischen Gesellschaft. Bei der Arbeit, so sagen sie, nützen sie ihnen mehr. Diese eigenständige Isolation ist einweiteres Hindernis, um an der thailändischen Gesellschaft teilhaben zu können. An den Kinder wird es liegen, diese Isolation zu lösen.

Ihrer buddhistischen Umwelt zum Trotz sind die meisten Chao´le bis heute Animisten. Seit Jahrtausenden abhängig von den Naturgewalten, haben sie sich einer religiösen Kultform verschrieben, die ihnen Schutz verspricht: dem Animismus. Zwar bezeichnen sich die meisten als Buddhisten oder Moslems, eine Minderheit hat sich dem Christentum zugewandt, jedoch ist der Animismus nach wie vor eine Kraft, der sich kaum jemand entziehen kann.

Das Loy Rüa-Fest

Zweimal pro Jahr, nach Ende und zu Beginn des Monsums, beschwichtigt man die Geister der Meere: Die Chao´le bauen dazu ca. 2,5 m kleine Segelboote, die prahu. Die einzelnen Bestandteile, hauptsächlich Palmstämme und Bambusrohre, werden in einer Prozession von den Dorfbewohnern zu den Prahu-Bauern gebracht. Nach Gebeten zu den Schutzgeistern des Dorfes an einem Schrein und vielerlei Gesang, beginnt der Bau der prahu. Nach wenigen Stunden sind die Boote zu ihrer traditionellen Form zusammengefügt. Danach erscheint ein Priester, der einige Riten vollführt. Zum Abschluss wirft er einen Gegenstand auf die prahu, der alles Unglück des Dorfes enthalten und von dem Boot weit weggetragen werden soll.

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