Das Mönchsleben auf dem Land
Dieser Beitrag soll Ihnen einen Einblick in
das Leben der Mönche in den ländlichen Gebieten Thailands
ermöglichen. Sie werden dadurch auch viel offener gegenüber
den Buddhismus und Buddhisten.
Die meisten Beobachtungen machte ich dabei
in der kleinen Ortschaft Nong Chok, in der Nähe von Minburi,
im östlichen Randgebiet der Region Bangkok. Dort gibt es
noch viele intakte und genutzte Kanäle, die Klongs, wo
sich auch zwei Wat befinden, die mir bei meinen Beobachtungen
„Modell“ standen. Doch es waren nicht nur Beobachtungen,
sondern auch viele Gespräche mit den Mönchen und den
Anwohnern, um alles verstehen zu können.
Will man tiefer in die Kultur und den Charakter
der Thailänder eindringen, ist es notwendig, sich mit ihrer
Religion zu befassen. Der Buddhismus wird in den ländlichen
Gebieten am meisten gepflegt. Da immerhin fast 65% der Bevölkerung
auf dem Land lebt, sollten wir uns auch in diesem Gebiet aufhalten.
Der thailändische Buddhismus gehört
zur sogenannten südlichen Schule, dem Hinayana-Buddhismus,
dem auch die meisten Nachbarstaaten, außer Vietnam, angehören.
Das Gegenstück zum Hinayana-Buddhismus, der z.B. in China,
Japan und Vietnam gepflegt wird.
Noch immer wird der Buddhismus in der westlichen
Welt fehlinterpretiert. Der Buddhismus ist keine Religion im
eigentlichen Sinn des Wortes, sondern eher eine ethische Gesinnung
und Philosophie. Dabei betet der Buddhist keinen Gott an, sondern
strebt den Weg Buddhas an, um nach den Regeln des Buddhismus
zu leben, und dafür später eine Erlösung zu erlangen,
die ihm der Wiedergeburt anrechnet wird.
Der Wohnort - der Wat
Der Buddhismus wird in den vielen Klöstern,
den Wats, von den Mönchen gepflegt und weitergegeben. Solch
ein Wat ist in zwei Hauptbezirke unterteilt: der Wohnbereich
der Mönche und der religiöse Bereich mit seinen Kultbauten.
Den Wohnbereich bezeichnet man als Sangha,
er kann je nach Größe des Klosters, aus einem oder
mehreren Gebäuden bestehen. Außer der Wohnung des
Abtes, dem Oberhaupt des Wat, sind alle Wohnungen schmucklos.
Wer Abt werden möchte, muss wenigstens
zehn Jahre Mönch gewesen sein und sich dadurch Ansehen
und Recht erworben haben. Er muss sich mit allen religiösen
Angelegenheiten auskennen und zusätzlich Kenntnisse der
Traditionen in seiner Gemeinde haben. Seine Ernennung erfolgt
durch einen Ältestenrat.
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