Wir fuhren also wieder aus dem Gebiet des Nationalparks raus und biegten kurz später nach links ab. Wo es hingehen sollte, wusste in unserem Auto eigentlich niemand. Der Cousin meiner Schwiegermutter, welcher das Auto vor uns fuhr, gab die Direktion an. Wir dachten, dass es wohl zu einem der Wasserfälle geht, welche da immer wieder mal auf Anzeigetafeln angezeigt wurden. Nach einer knappen Stunde erreichten wir die Ortschaft Khun Han. Wasserfälle gab es in der Ortschaft natürlich keine, jedoch einen Wat.
Und genau diesen steuerten wir an. Als wir ein paar Meter vor dem Parkplatz waren dachte ich mir noch, dass ich noch nie einen Wat im „Holz-Blockhaus-Stil“ gesehen habe. Diese dunklen Farben und die Holzbalken wirkten auf mich irgendwie fremd.


Als wir dann aber näher kamen, traf mich fast der Schlag.... Tatsächlich waren dies keine Holzbalken und kein Blockhaus-Stil... Der gesamte Wat war effektiv aus alten Glasflaschen gebaut!
Zuerst traute ich meinen Augen kaum, aber es war tatsächlich so.... Der „Wat Lan Khuat“ ist wirklich aus unzähligen Flaschen gebaut. Nicht nur ein Gebäude, nein, einfach alles. Die Mönchsunterkünfte, der Sala, das Krematorium...sogar die Toilettenanlagen. Einfach unglaublich!





Beendet ist der Bau dieses Wats vermutlich noch nicht, denn etwas weiter hinten liegen noch Berge leerer Flaschen.... Chang-Bier, Singha, M150, Cola, Sprite... Da liegen wohl noch einige Gebäude drin! Einmal mehr wurde mir aufgezeigt, was für unglaubliche Erlebnisse einem der Isaan bietet.


Nach dieser absolut überraschenden Begegnung fuhren wir alle zufrieden zurück nach Bannasanuan, wo wir den Tag bei einem gemütlichen Grillabend ausklingen liessen.
Die Tage danach verbrachten wir ruhig im Kreise der Familie. Regelmässige Marktbesuche in Buached und in Sangkha, nachmittags gemütliches Liegen im Liegestuhl und vor sich hin dösen, abends mit Familie und Nachbarn gesellig zusammensitzen. Die Zeit verging einmal mehr viel zu rasch und so kam bald die Zeit, wieder für ca. 1 Jahr Abschied zu nehmen. Wir fuhren zuerst nach Ubon Ratchanthani, wo wir wieder im Laithong Hotel übernachteten. Am Morgen darauf folgte um 07.45 Uhr mit Thai Airways der Rückflug nach Bangkok und das erneute Einchecken im Hotel Century Park. Die letzten 3 Tage haben sich Yupin und ich etwas von meinen Brüdern „abgesondert“. Es sind immer diese 3 Tage, welche für Yupin am härtesten sind. Es ist halt für sie trotz noch so gut erfolgter Integration in der Schweiz und trotzdem dass es ihr in der Schweiz so gut gefällt halt doch ein Abschied von ihrem Heimatland und ihrer Familie und ihren Freunden, im Wissen dass es wohl wieder 12 Monate gehen wird, bis sie das nächste Mal zurückkehren wird. Deshalb stelle ich mich diese letzten Tage immer voll und ganz in den Dienste meiner Frau, sie bestimmt dann die Tagesabläufe und sie ist es, welche sagt wohin wir gehen. Dies heisst eigentlich immer das selbe: billig einkaufen, Souvenirs für Freunde und Bekannte in der Schweiz organisieren, mindestens 1 Mal pro Tag ins Kino gehen und wichtig: nochmals jeden Abend irgendwo am Strassenrand wirklich dort essen, wo auch die Thais essen.
Dies war es also.... die Reise ist vorbei und beschrieben. Wir freuen uns bereits auf das kommende Jahr!
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