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Kapitel
IV -
Schwierigkeiten der Integration
in der "neuen Welt"
Wir heirateten also am
29.02.1980 im Standesamt von Giessen. Es war eine kleine Feier
mit den engsten Freunden und meinen Eltern. Fuer Tenny natuerlich
war es gar keine Feier, da es viiieeeelll zu wenig Leute gab,
die Party machten. Nur als ich ihr erklaerte, das die alles mit
Restaurant und Party-Service soviel gekostet hat, wie unsere Feier
in Thailand, da wurde sie ganz still und nachdenklich. So langsam
begriff sie, das die Deutschen in ihren Augen zwar alle reich
waren, aber das Leben halt auch sehr teuer ist. Doch bis sie das
wirklich begriff, vergingen 3 - 4 Jahre. Heute ist es manchmal
so schlimm, dass sie den Geiz erfunden haben koennte.
So langsam versuchte sie
sich in ihrer neuen Heimat Fuss zu fassen. Aber da war in erster
Linie noch das Sprachproblem. Es gab damals keinerlei Moeglichkeit
irgendwo fuer einen Thai die deutsche Sprache zu lernen. Fuer
die damaligen Vietnam-Fluechtlinge wurde alles getan, aber das
war keine Alternative. Durch Zufall fand ich dann in 30 km Entfernung
in Marburg die VHS. Die bot damals Deutsch fuer Auslaender aller
Art an. Also hiess das, 6 Monate lang 2 mal pro Woche nach Marburg
fahren zum Deutsch lernen. Doch das Geld haette ich mir sparen
koennen. Sie lernte, und jetzt lacht nicht, von der TV-Werbung
mehr, als in der VHS. Zumindestens Sprechen. Das hatte zum Nachteil,
ich war ueber alle neue Artikel die es gab im Bilde, inkl. Werbespruch.
Kurz nach unserer Hochzeit
stellte der Frauenarzt eine boese verschleppte Entzuendung im
Unterleib fest. Fazit: Operation mit 14 Tagen Krankenhaus. Fuer
jemanden der so gut wie gar kein Deutsch spricht, ist dieser Aufenthalt
die Hoelle. Ich musste ihr erklaeren, warum und was operiert werden
musste. Meine Mutter war damals eine grosse Hilfe. Frauen koennen
so was halt doch besser. Nach der Operation die Hiobsbotschaft:
Kinder = Fehlanzeige. Das war wohl das schlimmste, was ich ihr
eroeffnen musste.
Es folgte eine lange Zeit
der Depressionen und der Schwermut. Wir waren teilweise schon
soweit, dass ich sie nach Hause schicken wollte. Ich wusste einfach
nicht mehr weiter. Es gab ja niemanden in der Naehe, mit dem ich,
bzw. Tenny sich Ratschlaege holen konnte. Es war eine sehr, sehr
harte Zeit. So hatte ich mir die Ehe nicht vorgestellt. Aber wir
haben es geschafft. Und durch eine erfolgreiche Hormonbehandlung
2 Jahre spaeter = TREFFER. Heute ist dieser Treffer 17 Jahre alt
und nervt tierisch... Alles in allem, wir haben in den ersten
14 Jahren sehr viel Hoehen, aber auch sehr, sehr viel Tiefen erlebt,
viele haetten wahrscheinlich den bequemen Weg der Scheidung gewaehlt,
wir aber haben uns zusammengerauft und haben durchgehalten. Heute
sind wir nun 22 Jahre verheiratet, und warten jetzt nur noch auf
die Zeit, wo wir das ernten koennen, was wir frueher gesaet haben.
Jeder Tiefschlag hat uns nur nochmehr zusammen geschweisst. Und
wir brauchen uns bei niemanden zu bedanken, denn wir haben alles
alleine geschafft.
Ich bin im Dorf meiner
Frau sehr geachtet, nicht weil ich dort mit Geld um mich warf,
sondern weil ich mich anpasste und versuchte die Thais und ihren
grosse Kultur zu verstehen. Und wie mir meine Schwiegermutter
und meine Frau mir immer wieder bestaetigen, scheint mir das ganz
gut gelungen zu sein. Deshalb freue ich mich auf meinen, bzw.
unseren letzten Lebensabschnitt, den wir in Thailand verleben
werden. Denn dort werde ich all das zurueckbekommen, was ich bis
heute in die Familie inverstiert habe. Das klingt vielleicht sehr
kalt und berechnend, ist aber Thail. Denkungsweise ... und ein
ganz klein wenig Thai bin ich schon geworden, wie meine Tenny
auch schon ein ganz klein wenig Deutsche geworden ist.
So, das wars. Es gab noch
viele kleine Geschichten und Anekdoten, die zum Lachen oder zum
Weinen waren. Aber alles darf man nicht erzaehlen. Denn was bleibt
Einem sonst fuer spaeter????
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