Nach diesem Vorfall ging
Nok, trotz schrecklicher Angst vor ihrem Freund, zum Dorfoberhaupt.
Sie wollte sich von ihrem Freund trennen. Der Dorfvorsteher
war ein verständiger Mann. Er erkannte die Gefahr, in der
Nok schwebte, wenn sie auch nur noch einen einzigen Tag mit
ihrem Freund zusammenleben mußte. Der Dorfvorsteher reagierte
schnell. Noch am selben Tag wurde Noks Freund aus dem Dorf verwiesen.
Drei kräftige Männer brachten ihn aus dem Dorf. Nok
hat ihn nie wiedergesehen.
Bald darauf bekam Nok ihr zweites Kind, wieder ein Mädchen.
Nok durfte kein weiteres Kind mehr haben. Ihr Vater hatte es
so entschieden. Ihre Mutter sagte es dem Arzt, der führte
die Operation durch. Nok hatte man nicht einmal gefragt. Wozu
auch. Nok war eine Frau mit zwei Kindern ohne Ehemann. Sie war
nichts wert.
Noks Leben wurde jetzt fast unerträglich.
Sie brauchte Geld. Die Kinder mußten Essen und Kleidung
haben. Nok hatte keine Arbeitsstelle. Da erfuhr sie von einer
leichten Arbeit für viel Geld: Bierverkauf an einer der
zahlreichen Bars in Phuket. Nein, mit den Touristen schlafen
müsse sie nicht, lediglich Bier verkaufen. Das Trinkgeld,
das sie dort erhielte, sei ein vielfaches von dem, was sie sonst
erwirtschaften könne. Nok war dumm. Sie glaubte den Anwerbern.
Nok ging nach Phuket. Anfangs stimmte auch alles. Sie verkaufte
Bier und bekam Trinkgeld. Es war nicht so viel, wie man ihr
versprochen hatte, aber immerhin. Das Geld sandte sie nach Hause,
zu ihrer Mutter.
Drei Monate lebte sie schon auf Phuket. Trotz
vieler Aufforderungen und trotz guter finanzieller Angebote
war sie standhaft geblieben. Sie ging nicht mit den Touristen.
Ihre Freundinnen verspotteten sie deshalb. Nok blieb standhaft;
Bier verkaufen, Geld sparen und möglichst bald nach Hause
zurückkehren, das waren ihre einzigen Pläne. Dann,
eines Tages, erklärte man ihr, daß sie sehr viele
Schulden habe. Die teure Busfahrt nach Phuket. Drei Monate Unterkunft
(man berechnete ihr die schäbige Hütte, die sie mit
anderen Mädchen teilen mußte, zu Hotelpreisen), das
Essen und das Trinken. Einen Vorschuß hatte man ihr auch
gegeben. Da kam schon so einiges zusammen
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