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Der schwimmende Markt

Als Thailand noch kein ausgebautes Straßennetz besaß, stellten weit verzweigte Kanäle die einzigen Transportwege im Mündungsgebiet des Menam Chao Phraya dar. Tausende Boote brachten die frischen Erzeugnisse der Landwirtschaft schon vor Sonnenaufgang direkt von den Feldern in die Städte. Vor der Einführung der ersten Automobile gab es überall schwimmende Märkte, wo man das Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch vom Boot aus verkaufte, unter anderem auch im alten Bangkoker Stadtteil Thonburi. Das Kanalsystem Bangkoks war so dicht, daß die Stadt von europäischen Besuchern als das Venedig des Fernen Ostens beschrieben wurde.

In Bangkok wurden längst die meisten Klongs aufgefüllt und in Straßen umgewandelt. Südwestlich der Stadt, auf der Thonburi-Seite, gibt es noch ein Marktgeschehen, das jedoch seinen damaligen Glanz verloren hat. Lärmende, schnelle Motorboote, die heute durch die Kanäle rasen und das schmutzige Wasser aufwühlen, signalisieren das Ende dieses Marktes. Immer mehr Marktfrauen geben ihre Existenz auf, viele verkaufen ihr Boot und versuchen ihr Glück in den Straßenmärkten.

Heute ist der schwimmende Markt von Thonburi eher eine Touristenattraktion Ein Boot nach dem anderen drängt sich voll beladen mit Touristen durch das trübe Wasser. Die Touristen kommen selten zum Einkaufen, sondern mehr zum Fotografieren. Ausflugs- und Souvenirboote beherrschen die Szene. Da jedoch der schwimmende Markt von Thonburi immer kleiner wird empfiehlt das Touristenoffice seither den Besuch des Marktes in Damnoen Saduak, was dem Markt von Thonburi seine Anziehungskraft nimmt.

Damnoen Saduak liegt rund 110 km südwestlich von Bangkok oder etwa 50 km von Nakhon Panthom entfernt. Es ist eine kleine Stadt in der Ratchaburi-Provinz, rund 25 km östlich der Stadt Ratchaburi gelegen. Dieser Landstrich wird von einem weit verzweigtem Kanalsystem geprägt, dass noch nicht durch Straßen ersetzt wurde. Im Südwesten existiert eine öde Sumpflandschaft, die von Verdunstungsfeldern der Salzfarmen unterbrochen wird, in denen zwischen den Monaten November und Mai Kochsalz gewonnen wird. Windmühlen leiten dazu Meerwasser durch kleine Kanäle bis zu 10 km ins Land. Dort befinden sich viele Sammelbecken in Form von aufgedämmten Feldern. Das anfänglich nur wenige Zentimeter hoch überflutete Feld trocknet langsam aus, und das Meerwasser hinterlässt eine weiße Salzschicht, die von Frauen mit großen Schiebern aufgehäuft wird. Durch dieses Verfahren gewinnt man jährlich bis zu 250.000 Tonnen Salz, das verschiedene Industriebetriebe weiterverarbeiten.

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