Nachdem sich die letzten Tage dann doch einiges ereignet hatte, habe ich nun beschlossen, dass ich die ganzen Ereignisse hier chronologisch aufführe, dann muss ich sie nicht bei allem und jedem wiederholen. Das Ganze begann also damit, dass ich, weil es dann doch erforderlich wurde, einen Zahanrzttermin mit dem Zahnarzt meines Vertrauens plante. Dieser nahm aber vorher Verbindung auf mit meinem Onkologen und nachdem dieser “grünes Licht” gab, stand dem gefürchteten Zahnarztermin trotz immer feuchter werdender Hände meinerseits nichts im Wege. Ausser die natürliche und mir zueigene Zahnarztangst. Kurz vor dem Termin schwang ich mich, natürlich hatte ich wie üblich meinen kleidsamen Fahrradhelm auf, als ich mich über die Querstange des Fahrrades schwang und leicht in die Pedale trat. Zur Zahnarztpraxis, die in der Mitte der Stadt liegt, brauchte ich eigentlich keine 10 Minuten. Die Behandlung selbst war auch im Gegensatz zu früheren Behandlungen ein Pipipax und nach ca. 10 Minuten beendet. Ich verlies also die Praxis um wieder den Rückweg anzutreten. Als ich mich aber wieder über die Fahrradstange schwang, fühlte ich eine gewisse Leichtigkeit und irgendwie das Verlangen, doch einen etwas weiteren Weg zu fahren. Gesagt getan. Ich fuhr also gemächlich in Richtung Umgehungsstrasse. Ich hatte es ja nicht eilig. Kurz vor der Einfahrt in das Wohngebiet “Rötelsee”, zweigt ein gepflegter landwirtschaftlicher Weg u.a. zu einem Pferdegehöft ab. Diesem wollte ich folgen um nach ca. 300 m dort unter einem Baum, auf einem Bänkchen kurz anzuhalten.

Schon während der Fahrt dahin war es mir irgendwie “komisch”. Ich hielt dann bei dem Baum an und wollte vom Rad steigen. Dies gelang mir aber absolut gar nicht. Ich bekam nur ein sehr starkes Kopfzittern und ein, nennen wir es mal ein sehr starkes Angstgefühl. Ich wusste echt nicht was los war. Nur war da diese Angst abzusteigen. Ich wusste genau, wenn ich dies machen würde, würde ich im Stehen umfallen. Aber irgendwie schaffte ich es doch, dass ich vom Rad stieg. Und sofort torkelte ich wie stark betrunken nach Rückwärts und prallte vermutlich gegen die Bank, fiel nach rückwärts und blieb so dann auf dem Rücken liegen. Von jetzt ab kann ich nur noch vage schildern, da ich nicht bewusst alles mitbekam. Als ich dann so in dem Gebüsch, für einen Spaziergänger gar nicht so einfach zu erkennen, erhielt ich in regelmäßigen und kurzen Abständen doch relativ starke Stromschläge. Ich war absolut unfähig einen klaren Gedanken zu fassen und erst recht nicht von dem stromführenden Teil des Zaunes wegzukommen. Es war, wie wenn mich jemand sehr kraftvoll an mir festklammert. Panik machte sich bei mir breit und ich begann zeitweise unartikuliert zu schreien. Es gelang mir einfach nicht von dem Zaun wegzukommen und es waren, so wie ich es verspürte relativ starke Stromschläge, wie ich von dem Zaun der Pferdekoppel erhielt. Ich hatte echt das Gefühl, als ob ich nun so sterben müsste und wurde noch panischer hinsichtlich meiner Bemühungen. Irgendwann muss ich dann wohl bewusstlos geworden sein. Die nachfolgende Schilderung erhielt ich von der zufällig vorbeikommenden Spaziergängerin, bei der ich mich heute für ihre Hilfe bedankt habe. Die Spaziergängerin, Insidern sagt der Name Klotzbücher ja sicher etwas, hat mich, da ich so verdeckt lag auch nicht gleich gesehen. Erst als sie zurückschaute, sah sich mich liegen und sag auch die Stromschläge auf meine Brust einwirken. Sie rannte sofort zu dem Pferdehof und lies den Strom des Zaunes abstellen und Notarzt, Rotes Kreuz und Polizei verständigen. Von dem alles bekam ich gar nichts mit, da ich bewusstlos war und nur unkontrolliert zitterte und unartikuliert schrie. Erst als ich im Fahrzeug des Roten Kreuzes war und durch den Notarzt behandelt wurde kam ich langsam wieder zu mir und nahm meine Umgebung bewusster war. Ich kann wirklich nicht mehr sagen, wie viel Personen sich um mich in meinem Zustand gekümmert haben. Schätze allerdings, dass es mind. 8 – 10 waren. Und das alles wegen mir und meines Anfalls. Ich weiss  eigentlich nur noch, dass ich, wenn ich etwas mitbekommen habe, ein panisches Angstgefühl hatte.

Durch das Rote Kreuz und den Notarzt wurde ich umgehend in die Stauferklinik nach Mutlangen verbracht. Dort wurde ich nach eigeheden Untersuchungen in die Abteilung für Schlaganfälle gelegt, da hier eine ausreichende 24-Stunden-Überwachung durch Fachpersonal und Geräte möglich ist und dies wegen möglich Einwirkungen der Stromschläge somit hier gewährleistet ist. Mein Fahrrad, das ich offensichtlich doch noch ordentlich abstellen an der Feld Bank konnte, wurde durch Beamte des örtlichen Polizeiposten sicher verwahrt und durch meinem Freund dann, als ich ihn darum bat, dort abgeholt.

Am kommenden Montag, da habe ich sowieso einen “Chemo-Termin” im Krankenhaus Mutlangen, gehen die Untersuchungen weiter. Der heute untersuchende Professor sprach im Zusammenhang mit der Untersuchung von einem epileptischen Anfall, dem aber medikamentös vorgebeugt werden kann. Vor ca. 14 Tagen, hatte ich einen so ähnlichen Anfall hier im Hause, der allerdings keine Außenwirkung hatte. Ich war “nur” bewusstlos geworden und aus dem Sessel gefallen. Aber die weiteren Symptome (starkes Zittern, Nichtansprechbarkeit) waren die Gleichen.

Fazit für die nächste Zeit: Nicht nur Autofahren fällt aus. Auch Fahrradfahren alleine findet vermutlich in nächster Zeit nicht mehr statt.