Die Reise 2007 - nicht nur ein Reisebericht

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Die Reise 2007 - nicht nur ein Reisebericht

Beitragvon dogmai » Mittwoch 18. Juli 2007, 10:52

In diesem Jahr werde ich vermutlich nicht sehr viel im Land herumreisen :Heulsuse_2: . Aber das ist ja nicht alles, was man in Thailand machen kann. Ich habe mir vorgenommen, einmal die Kleinigkeiten, das Alltaegliche zu beschreiben. Warum soll nur die Landschaft, warum sollen nur die Menschen zu Worte kommen? Ich bin fest davon ueberzeugt, dass auch das Normale, das Bodenstaendige von Interesse sein kann.

Heute bin ich bereits am zweiten Tag in Thailand, genauer gesagt in Khorat oder, wie ich es ab heute wieder schreiben werde, in Korat. Warum? Ich habe inzwischen mehr Schilder ohne h gelesen als mit, es ist also eine empirische Erhebung.

Und ich sitze mal wieder am PC von Nichte Phung, aber nur noch bis heute abend, dann werde ich per Laptop auch aus meinem Haus agieren koennen.

Nun denn, falls ihr Interesse habt - lest. Ich werde mich bemuehen, zu schreiben. Fotos allerdings werde ich erst von zuhause aus einfuegen, noch habe ich hier kein Photobearbeitungsprogramm zur Verfuegung. Schaun mir mal.
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Grund: Rechtschreibfehler beseitigt
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Re: Die Reise 2007 - 001

Beitragvon dogmai » Mittwoch 18. Juli 2007, 11:21

Sollten viele Fehler auftauchen: ich schreibe mit einer Thai/ Tastatur, also mit vielen vertauschten Zeichen. Natuerlich lese ich Korrektur, aber das Ein oder Andere koennte mir durchgehen :angel:

Ich waehle vorsichtshalber eine dreistellige Ordnungsnummer, denn es koennte sein, dass es so viele Seiten werden.
Auch in diesem Jahr war die erste Ueberlegung die Wahl der Fluggesellschaft. Diese Ueberlegung erfolgte ausserordentluch spaet, und so war erste Wahl fuer uns der Flug mit Thai. Alle anderen Airlines waren nur unwesentlich guenstiger, Thai bot neben dem Nonstopflug noch 30 kg Gepaeck. Das war ein entscheidendes Argument.
Der Ticketpreis fuer Erwachsene war 655 Eu, Kinder 465 Eu. Dass dann noch pro Person 152 Eu Tax und Sicherheitsgebuehren dazukamen war ja bei allen Airlines gleich. Gebucht habe ich bei einem der Grosshaendler von Thai, SSJ Reisen in Frankfurt, Weissfrauenstrasse. Ich kenne das Buero seit gut 20 Jahren, absolut vertrauenswuerdig und immer guenstig. Wer dort bucht und sich auch noch auf mich beruft kann sicher sein, dass er den bestmoeglichen Service geniesst.

Die Frage der Anreise ist ja auch immer eine Riesenueberlegung. Mit Googeln und der Hilfe von Airport habe ich einen Parkplatz in Neu- Isenburg gefunden. Dort zahle ich fuer 28 Tage Parken genau 90 Eu. Wer langfristig bucht kann noch 30 % einsparen. Nicht ganz einfach zu finden, auch das Navigeraet kannte die Adresse nicht. Aber letztendlich kann man ja noch anrufen. Der Platz ist 24 Stunden besetzt, also bewacht. Momentan schaut es eher nach Baustelle aus, man parkt auf einem Schotterplatz. Aber gegenueber ist ein neues Parkhaus der Firma im Bau, ich denke, naechstes Mal werde ich bereits dort parken.

Der Transfer ist unkompliziert, die Transferfahrzeuge haben mehr als 10 Sitzplaetze, und auch dann ist noch reichlich Platz fuer das Gepaeck. Der Transfer erfolgt bis direkt zum Abfluggebaeude.

Wir waren gegen 19 Uhr am Check-In, und es waren nur noch wenige Passagier dort, u.a. die deutsche Volleyball- Nationalmannschaft, weiblich, U20, die zur Weltmeisterschaft in Korat flog. Dort in der Sporthalle von "The Mall" werde ich mir sicherlich einige Spiele ansehen.

Das Einchecken ging sehr zuegig. Spaeter ging die Haelfte unserer Zahnpasta- Ausstattung und einiges an Sonnencreme floeten, denn bei der Kontrolle des Handgepaecks wurden trotz meiner mehrfachen Warnungen genau diese gefunden.
Wo? Im Handgepaeck meiner Frau. Thai halt, ich glaub nur, was ich sehe, fuehle und schmecke. Die eingepackten Wasserflaschen haben wir eben leergetrunken. Ah ja - schmecken halt.

Erst in Korat beim Auspacken stellte ich mit nachtraeglichem Entsetzen fest, dass sich in MEINEM Handgepaeck, das aus einem dienstlichen Triolley bestand, noch ein Allraundwerkzeug befand. u.a. mit einem 12 cm langen Messer. Das hat niemand gesehen :Heulsuse_2:

Am Gate angekommen konnten wir direkt in den Warteraum gehen - haetten wir gekonnt. Aber ploetzlich hatten alle noch Hunger, denn direkt am Eingang ist noch eine Imbisstheke. Frau? Thai. Tochter? geborene Thai. Enkelkinder? Enkel einer Thai unnd Kinder einer geborenen Thai. Noch Fragen? Letztendlich war selbst ihnen das Essen zu teuer, ein Sandwich 14 Euro !!!!!!!!!!!!! Als dann die Entscheidung dagegen fiel gab es eine Warteschlange, denn inzwischen waren Umsteiger angekommen. Wir am Schluss und natuerlich keine Sitzplaetze mehr. Naja, wir hatten ja so gegen 11 Stunden sitzen vor uns, und im Flieger gibt es keine Stehplaetze.

Der Flug verlief wie immer mit Thai sehr angenehm, der Service war hervorragend, Sonderwuensche (meine Begleitung s.o. :wai: ) wurden staendig erfuellt.

Die Nacht war kurz, denn wie immer waren zwar die Fensterklappen geschlossen, so dass die Nacht noch simuliert wurde. Aber wie immer auch gab es einen Ersten, der kurz schaute, ob die Sonne noch am Firmament steht. Und folglich gab es auch noch einen Zweiten, Dritten ... usw. die sich davon ueberzeugten, dass der Erste sich nicht verguckt hatte. Ja die Sonne war noch da, aber nach dem Blitzlichtgewitter der auf- und niedergeschobenen Klappen war an Schlafen nicht mehr zu denken. Mit Stolz erfuellt mich, dass ausgerechnet mein Enkelsohn dieses Mal der Erste war. Und endlich konnte ich mich mal deswegen bei jemandem beschweren :O: .
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Re: Die Reise 2007 - 002 Ankunft

Beitragvon dogmai » Mittwoch 25. Juli 2007, 04:27

Nach der Ankunft fehlt so ein wenig das Vertraute. Don Muang kennt man jetzt seit vielen Jahren, nimmt jede Veraenderung wahr. Hier ist alles neu fuer mich, und ich taste mich langsam vor.

Ja, es scheinen lange Wege zu sein, und nein, man muss sie nicht laufen. Baender fuehren uns, weisen den Weg zur Immigration. Unterwegs koennten man oft zur Toulette gehen, es gibt sie alle paar dutzend Meter. An der Immigration angekommen weist man uns sofort weiter - hier seien bereits sehr viele Leute. Endlich angekommen muessen wir uns in eine Schlange einreihen. Meine Frau geht sofort zum Thai/ Passportschalter, ich bleibe mit Tochter und Enkelkinder vorerst in der Reihe der Auslaender. Nach wenigen Sekunden werden wir aus der Schlange herausgewunken und direkt zum Thaischalter geschickt. Jow, ich lerne gerade, was ich schon oft haette machen koennen: Farangs in Begleitung von Thais oder Thaigeborenen koennen sofort den Thaischalter benutzen. So lerne auch ich mal wieder etwas dazu, wie ich das auf jeder Reise tun kann.
Es bringt uns einen riesigen Zeitvorteil, denn als wir dann am Kofferband ankommen koennen wir unser Gepaeck sofort in Empfang nehmen. Ich treffe dann auch wieder die Volleyballmaedels, zu denen ich ganz schaoen aufschauen muss :wai:
Inzwischen konnte man mir wenigstens sagen, dass die Meisterschaften in Korat stattfinden. Na, das werde ich schon zu finden wissen, viele grosse Sporthallen gibt es da ja nicht.

Beim Abfahren sehen wir dann schon wieder die ersten, die mit ihrem Gepaeckwagen direkt am Band anstossen und so den Weg fuer andere blockieren. Stumpfsinnig halt. Der Zoll interessiert sich ueberhaupt nicht fuer uns, dafuer aber die Verwandtschaft in der Ankunftshalle. Fuer mich sehr uebersichtlich ist die Aufteilung dort. Ich wechsle erst einmal etwas Handgeld zum Kurs von 45.220 Baht, hinter dem Komma etwas schlechter als spaeter in der Stadt.Hier muss ich auch noch keinen Pass vorlegen beim Wechseln wie spaeter immer in den Banken.

Ic h schaue mir den schon oft beschriebenen Vorgang der Taxisuche an. Vor dem Gebaeude stehen die offiziellen Wagen, die in der Halle vermittelt werden. Ueber eine Strasse dann die oeffentlichen Taxis, die man jetzt selbst aussuchen kann und die eigentlich dort nicht warten duerfen. Vom Ordnungspersonal werden sie meist erfolglos weitergeschickt. Ich habe leider nicht die Zeit, das im Einzelnen zu erkunden, da unser Abholerbus schon bereit steht, den die Familie bereits in Korat organisiert hat.

Da wir um 12.30 Uhr ankommen hat natuerlich alles Hunger. Wir fahren aber noch bis Saraburi und halten dort in einem sehr guten Restaurant. Meine Frau warnt mich noch, auf das Essen zu achten, kein offenes Eis im Getraenk usw. Wie Recht sie hat beweist sich am naechsten Tag. Waehrend es mir ausgezeichnet geht hat sie mit der V erdauung zu kaempfen. Thai halt.

Manchmal habe ich den Verdac ht, Thais seien eigentlich fuer Thailand nicht geschaffen :iii:
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Zuletzt geändert von dogmai am Dienstag 21. August 2007, 08:17, insgesamt 5-mal geändert.
Grund: Kurze Ergaenzung angefuegt.
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Re: Die Reise 2007 - 003 Fruehstueck bei Hermitage

Beitragvon dogmai » Samstag 4. August 2007, 08:01

18.7.

Gestern bereits habe ich festgestellt, dass weder Kaffeemaschine noch Toaster 2 Jahre Abwesenheit ueberstanden haben. Nun war fuer das Fruehstueck aber guter Rat nicht teuer. Ich fahre also mit meiner Frau zusammen in das uns bestens bekannte Hotel Hermitage, und wir leisten uns ein schoenes Fruehstuecksbuffet fuer 120 Baht pro Person. Natuerlich nutzen wir alles aus, lassen uns Omelettes braten, nehmen vom Buffet das Feinste, guten Kaffee, anschliessend Obst.

Und beim Bezahlen lasse ich mir dann vom Hotel einen Gutschein fuer den Pool geben, denn Nichthotelgaeste mussen dort 50 B/Kinder 30 Baht Eintritt zahlen. 3 Erwachsene und zwei Kinder – das Fruehstueck war geschenkt.

Wir lassen uns von der Rezeption die neueste Entwicklung schildern. Immer mehr Reisegruppen kommen nach Korat, nutzen es als Sprungbrett fuer Rundreisen in den bislang unbekannten Isaan. Nun kann die Stadt ja auch mit einigen Sehenswuerdigkeiten protzen, Phi Mai ist nicht weit, Prasat Hin Phanom Wan und die Ausgrabungsstaette Ban Prasart liegen am Weg dorthin, Dan Kwian, die Toepferstadt, einige mehr oder eigentlich weniger sehenswerte Khmer- Ruinen sind zu besichtigen, Phanom Rung ist auch von Korat aus in einem Tagesausflug zu erreichen. Korat entwickelt sich zu einem touristischen Zentrum.

Cousin Leg ist bei der Luftwaffe in Korat und er erzaehlt mir spaeter, dass der Luftwaffenairport verlegt werden soll. Es wird quasi einen Tausch geben zwischen dem frueheren zivilen und dem jetzigen Militaerflughafen. Dann wird auch der zivile Luftverkehr vielleicht wieder Aufwind erfahren, wenn man nicht erst 30 km von der Stadt aus zuruecklegen muss.
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Re: Die Reise 2007 - 004 Thailand traegt gelb

Beitragvon dogmai » Samstag 4. August 2007, 08:06

Die Verehrung des Koenigshauses insgesamt und die des Koenigs speziell war schon immer eines der faszinierenden Kriterien des Landes. Was sich jedoch in diesem Jahr, in dem der 80. Geburtstag des Koenigs jetzt schon gefeiert wird, hier abspielt, grenzt schon fast an Hysterie. Die Mehrheit der thailaendischen Bevoelkerung traegt gelb. Das geht von gelben T-Shirts mit dem Geburtstagswappen bis ueber gelbe Hemden und Jacken, ueber Unterwaesche fehlen mir alle Informationen :iii: . Gelb beherrscht das Strassenbild, gelb beherrscht die Schulen und Arbeitsplaetze. War an Montagen die traditionelle Kleiderfarbe schon immer gelb ist das jetzt die Farbe aller Wochentage. Und es gibt sie wirklich in allen Groessen, noch nie vorher habe ich T-Shirts in den Groessen 5 x XXL gesehen. Man will also sicherstellen, dass auch der korpulenteste Thai (oder Farang ??) koenigsverehrend aussehen kann.
Wie immer man auch zum Koenig und der Koenigsfamilie stehen mag – wer will schon von aussen diese thailaendische Art kritisieren? Der ueberwiegende Teil der Bevoelkerung kennt keinen anderen Koenig, kann sich nicht einmal vorstellen, wie es ohne ihn sein wird, ohne Koenig Bumiphol Adulyadej, Rama IX.

Koennen wir es uns vorstellen oder ausmalen, was ohne IHN sein wird?
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Re: Die Reise 2007 - 005 Telefonsuche

Beitragvon dogmai » Samstag 4. August 2007, 08:10

18JUL

Laut seinen Angaben war Werner Schick heute von einem Ausflug in den Norden wieder zurueck, und ich versuche ihn anzurufen. Leider hat er mir in einer PN die letzte Stelle seiner Telefonnummer falsch angegeben. Ich habe also jetzt eine Stimme am Telefon, die mir erklaert - ja, sie wohne im gleichen Dorf, in der gleichen Soi, aber Werner kenne sie nicht. Abe ich solle doch mal den Pujai Ban anrufen, der kennt doch alle, bei der angegebenen Nummer meldet sich aber niemand.

Nun bin ich aber nicht sicher, ob sich mein Thai vielleicht doch negativ auf die Auskuenfte ausgewirkt hat. Ich bitte also Cousin Lek, den gleichen Anruf zu taetigen und erhalte eine Lektion in thailaendischer Kommunikation.

Als die Gegenseite sich meldet erklaerte er also zuerst einmal, wer er selbst ist. Er ist der Neffe – dieses Wort benutzt er, weil er mich aufgrund des Altersunterschiedes ja Lung (Onkel) nennt – des Farangs dogmai. Lung habe ja eben schon einmal angerufen, bitte um Entschuldigung, dass er es jetzt auch noch einmal tut, aber vielleicht hat Lung nicht alles richtig verstanden. Er selbst sei Luftwaffensoldat hier in Korat, wohne ganz in meiner Nachbarschaft und sitzt halt jetzt gerade bei mir, weil der Lung ein Haus in Korat habe und jetzt gerade aus Deutschland gekommen sei. Lung habe ihn gebeten, zu versuchen, einen weiteren Farang zu erreichen, der im Dorf wohnt, in dem die verehrte Gespraechspartnerin ja auch wohne. Und er wohne in der Soi 4, stimmt es, dass sie auch in dieser Soi wohnt? Ja, das ist ja dann nicht weit weg von ihr. Kennt sie vielleicht diesen Farang, der ihr ja sicher schon einmal aufgefallen ist, oder weiss sie jemanden, der ihn vielleicht kennt?
Ah ja, der Pujai Ban kennt ihn bestimmt, dort rufen wir jetzt auch an. Danke, dass sei die Auskuenfte gegeben hat, einen schoenen Abend noch, und es sei heute ja noch kein Regen gefallen, im Dorf auch nicht? aber vielleicht morgen.

Der Pujai Ban kennt Werner tatsaechlich, aber die Telefonnummer weiss er auch nicht. Er kann auch im Moment nicht aus dem Haus gehen, es sind nur ein paar Schritte, aber er kann sie nicht tun, weil er gerade Besuch habe.
Aber wenn wir spaeter noch einmal anrufen (es ist 8 Uhr abends) wird er es gerne noch einal versuchen.

Ich habe inzwischen auch die richtige Telefonnummer gefunden, die ich mir frueher schon einmal notiert hatte.
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Re: Die Reise 2007 - 006 Persoenliche Suche

Beitragvon dogmai » Samstag 4. August 2007, 08:11

18JUL

Die Sache mit dem Telefon laesst mir keine Ruhe. Nachdem ich ja jetzt die richtige Telefonnummer habe rufe ich Werner an. Es meldet sich eine Frauenstimme, und nach der Lektion in Kommunikationstechnik beginne ich zu erklaeren, wer ich bin und was ich wolle und wen ich sprechen wolle.

Kurt? Ist die Gegenfrage – ich habe Werner Frau am Telefon. Mir bleibt nur noch die Frage an Werner, wann er gewoehnlich und speziell heute zu Bett gehe.

Kurzentschlossen setze ich mich mit meiner Frau ins Auto, und wir fahren in Werners Dorf. Kann ja nicht so schwer zu finden sein. Ich biege von der Hauptstrasse ab, und die Verwirrung kann beginnen.

Von Strassenschildern keine Spur, wo sind im Dorf um 9 Uhr abends auch noch Leute auf der Strasse? Wir haben aber Glueck, eine Frau sitzt noch vor ihrem Haus. Ich ueberlasse das Fragen meiner Frau. In welcher Soi sind wir? Sie ruft nach jemandem, und sie erklaert uns, dass dies die Soi 6 sei. In welcher Richtung liegt jetzt die Soi 4? Sie streckt den Arm aus, also jetzt diese Richtung und dann "Lio Sai", zeigt dabei nach rechts. Moment, sai heisst doch links?? Aber meine Frau hat verstanden. Ja, dort rechts abbiegen, also Lio Sai. Verzweiflung in meinem Gesicht, aber ich fahre lio sai, biege also entgegen der Bedeutung der thailaendischen Sprache rechts ab. Sind wir jetzt in der Soi 4? Ab jetzt haben wir Glueck, und treffen noch einige Leute auf der Strasse. Soi 4? Ja, jetzt Lio gwa. Uups – ach, das war ein Mann. Wir fragen an einem Geschaeft, das noch offen hat, wieder nach der Soi 4. Das hier ist die Soi 4. Kennt ihr einen Farang namens Werner, seine Frau heisst Nang, sie haben hier ein Haus und sind schon ein paar Tage hier und sie kommen jedes Jahr hierhin. Nein, kennen wir nicht. Wir fragen das Gleiche noch einmal an einem weiteren noch offenen Laden, ERgebnis wieder nein.

Wir brechen jetzt den Versuch ab, zumal ich mein Handy zuhause vergessen habe und All auf dem ihren die Nummer nicht gespeichert hat. Als ich am naechsten Tag Werner abhole, biege ich genau an dem Laden ab, an dem wir zuerst gefragt haben, und erreiche nach 10 (zehn) Metern das Haus der Schicks. Und der zweite Laden gehoert einer Nichte von Werner Frau. Noch Fragen??

Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
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Re: Die Reise 2007 - 007 Das Treffen

Beitragvon dogmai » Samstag 4. August 2007, 08:18

19JUL

Ich hole Werner und Familie wie am Vorabend verabredet zu einem gemeinsamen Einkaufen in Korat ab. Sicherheitshalber wartet er an dem Laden der Nichte, und so kann ich ihn nicht verfehlen.

Der Versuch, meine Familie mitzunehmen scheitert aneren noch nicht beendeten Schlaf.

Macht nix, bleiben wir zu fuenft. Nachdem wir ueber dies und das geredet haben erzaehle ich Werner, dass eine deutsche Volleyballnationalmannschaft im gleichen Flugzeug gesessen hatte und dass morgen die Weltmeisterschaft der wU20 beginnt. Wir sind zwar beide keine ausgesprochenen Volleyballfans, aber das ist doch wirklich ein Ereignis. Was koennen wir jetzt tun, um “unsere” Mannschaft zu unterstuetzen? Deutsche Fahnen gibt es in Thailand nicht zu kaufen, zumindest finden wir in Korat keine. Aber es gibt Stofflaeden, und es gibt Schneider. Wir finden dann tatsaechlich Stoff in den Farben Si dam, si daeng, si thong (Schwarz, rot, gold), der Meter fuer 38 Baht. Und am Markt gibt es die Strassenschneider, also die Schneider, die direkt im Freien an der Strasse sitzen, und wir finden eine Schneiderin, die uns aus dem Stoff fuer 150 Baht zwei Fahnen schneidert. Perfekt, sie sind in 2 Stunden fertig. Vorsichtshalber lassen wir uns noch einmal erklaeren, wie sie die Fahnen naehen will und korrigieren dann die Reihenfolge der Farben noch unwesentlich und auch die Form, aber sonst hat sie alles richtig verstanden.

Ich habe hier anzufuegen, dass ich in Werner Schick einen ausgezeichneten Kenner Korats treffe, der die wesentlichen Strassen kennt, die wichtigsten Geschaefte und der ausserdem noch weis, wie das Essen heisst, das ich zu mir nehme. Ein Gluecksfall, und das bestaetigt sich bei spaeteren Treffen noch.

Wir sind guter Stimmung, warum ist hier alles so easy?
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Re: Die Reise 2007 - 008 Volleyball

Beitragvon dogmai » Samstag 4. August 2007, 08:23

20.7.

Getrennt anreisen, vereint schlagen. Nach diesem Motto fahre ich mit dem Song Thaew, das sind diese Pick Ups mit zwei Sitzbaenken, zum Sportereignis. Bislang wussten wir garnicht, dass es in “The Mall” eine Sporthalle gibt, aber sie ist ordentlich gross. Deutschland bestreitet um 14 Uhr das Eroeffnungsspiel gegen die USA. Wir hatten uns vorsichtshalber fuer 12 Uhr verabredet, Treffpunkt war McDonalds. Das aber auch nur, weil es in der Mall nur einen einzigen McDonalds- Laden gibt. Am Ticketschalter haelt man uns Farangs sofort die VIP- Karten zu 1000 Baht hin, die wir aber gleichzeitig und kopfschuettelnd ablehnen. Uns reichen die normalen Eintrittskarten zu 100 Baht, und so waehlen wir unseren Sitzplatz in Hoehe des Netzes ganz oben. Wir haben kaum Platz genommen beginnen die Proben fuer die Eroeffnungsfeier, also Einmarsch der Kapelle und der Fahnentraeger. Uns genau gegenueber wird der Minister fuer Sport und Sontiges sitzen, auf den breiten Sesseln haben auch nur etwa 15 Leute Platz. Die VIP-Kartenkaeufer haben ihre Plaetze zwar auf gepolsterten Stuehlen, aber ganz am Ende des Spielfeldes. Selber schuld, grinsen wir.

Ich laufe um das ganze Spielfeld, um einige Fotos zu machen, und der deutschen Mannschaft, die gerade die Halle betritt, erklaere ich, dass ausser der offiziellen auch noch mindestens zwei weiter deutsche Fahnen da sein werden. Ganz schoen und schoen lang, die jungen deutschen Maedels.

Beim Einmarsch der Mannschaften lassen wir uns hoeren und sehen, und die Maedels winken uns freudig-heftig zur Tribune hin zu.
Wir beide werden waehrend des Spieles langsam zu wahren Volleyballfans, denn was die beiden Mannschaften da bieten ist wirklich vom Allerfeinsten. Und da wir begeistert mitgehen haben wir bald erst die um uns sitzenden Thais und dann die ganze Tribuene auf der deutschen Seite, und vielleicht deswegen gewinnt Deutschland gegen die favorisierte USA mit 3:1 Saetzen.

Doch was sich danach abspielt ist kaum noch zu schildern: danach spielt Thailand gegen Aegypten. Etwas ungewoehnlich erscheint uns, dass die meisten Aegypterinnen mit Kopftuch und langen Hosen spielen. Vor dem Spiel werden auf unserer Tribuene jetzt weisse T-Shirts von Sang Som verteilt, und fuer Werner und mich sucht man dann auch noch welche in XL. Die zwicken zwar ein wenig unter den Armen, aber wir wollen den Gesamteindruck nicht verwischen und ziehen sie gehorsam an. Unten machen sich zwei entzueckende Maedchen als Einpeitscherinnen warm, es wird schon mal trocken geuebt: Thailand – klatsch, klatsch, klatsch, Thailand … Die Halle ist mit ca 4000 Leuten besetzt, von denen wir den wenigsten zutrauen, etwas von Volleyball zu verstehen. Aber das ist ja schnurz - sie treiben Thailand zum 3:0 - Sieg ueber Aegypten (die dann in der Folge auch ueberhaupt kein Spiel gewinnen koennen).

Spaeter wird im Laufe des Turniers Thailand gegen die USA verlieren, dafuer gegen Deutschland gewinnen. Fuer uns sind die Resultate nicht so wichtig. Ich sehe mir einige Tage spaeter noch den Sieg von Thailand ueber die Dominikanische Republik und Deutschland gegen Aegypten an und philosophiere auch darueber, welche dieser Mannschaften wohl die huebschesten Spielerinnen hat, das war aber nicht der Hauptzweck meines Spielbesuches. Eine Weltmeisterschaft ist sicher immer ein grosses Ereignis, das auch noch in Thailand mitzumachen war fuer mich ein riesiges Erlebnis.
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Re: Die Reise 2007 - 009 Nachbarn

Beitragvon dogmai » Samstag 4. August 2007, 08:25

21JUL

In unserer Soi geht es in aller Regel sehr ruhig zu. Es stehen hier ja auch nur 3 Dopelreihenhaeuser und gegenueber drei Einfamilienhaeuser da. Die einzige Unterberechung bieten die Verkaufer von Wasserflaschen oder der mit dem Eis und der lauten Musik, oder der mit dem stinkenden brennenden Ofen (der jetzt gerade wieder da ist) und der gebratene Haehnchenschenkel anbietet, die uebrigens recht lecker sind. Tagsueber hoert man leise Radio- oder TV- Toene, und die Nachbarinnen treffen sich zum Plausch. Dann holt man auch schon einmal Stuehle, und die Neuigkeiten machen die Runde. Oft kommt es vor, dass ich im Hof sitze, und die Nachbarin von gegenueber kommt, um mir suesse Milch anzubieten, die ich zwar nicht selbst trinke, aber den Kindern weitergebe, oder die Nachbarin von links bringt selbstgemachte Kekse. Eine Nachbarin kommt schon mal, um Ratschlaege zur Pflanzenpflege zu geben oder warnt uns, dass sie gestern wieder zwei Bienen gesehen habe. Dies gerschieht aber meist dann, wenn es bei uns etwas Neues zu sehen gibt. Mal neue Blumen, oder die neue Sitzbank.

Heute morgen jedoch werden wir durch ziemlich lautes Reden geweckt, Haustueren schlagen mehrfach, wieder laute Streitgespraeche. Ich verstehen nicht, um was es geht, meine Frau interessiert sich nicht dafuer. Die Nachbarn des linken Doppelhauses streiten. Als wir uns spaeter im Hof aufhalten kommen beide Nachbarn nacheinander auch zu uns, um sich fuer dem Laerm zu entschuldigen.
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Re: Die Reise 2007 - 010 Wat Pa Yap

Beitragvon dogmai » Mittwoch 8. August 2007, 05:22

22JUL
Heute fahre ich wieder mit dem Song Thaew in die Stadt. Die Autos haben keine festen Fahrzeiten, und so muss ich manchmal recht lange warten. Nun gibt es in unserem Moo Ban nur zwei Aus- bzw. Einfahrten, und diese werden von uniformierten (wie sonst?) Waechtern kontrolliert. Diese sind stets sehr freundlich und sie kennen mich nach den paar Tagen Anwesenheit bereits, gruessen mich schon von Weitem, entweder auf Thai oder in Englisch. Da ich in der letzten Soi wohne ist der suedliche Ausgang also direkt dahinter. Ich erzaehle dem Waechter, dass ich auf das Auto warte. Oh, sagt er, das dauert noch ein wenig. Ich koenne ruhig nach Hause gehen, er ruft mich.

Tatsaechlich, nach etwa 20 Minuten, hoere ich ein Auto, Stimmen und Hupen. Der Waechter liess das Auto nicht passieren, ohne mich mitzunehmen. Jetzt stecke ich ein wenig in der Klemme: gebe ich ihm ein Trinkgeld? Das wuerde dann den Fahrpreis von 8 Baht uebersteigen muessen. Meine Frau wird ihm spaeter, wenn ich ihr das erzaehlt habe, ein wenig Obst bringen, und er ist zufrieden, denn er hat keinerlei Gegenleistung erwartet.

Spaeter schaue ich mir Wat Pa Yap an. In einem kleinen Gebaeude hat der Abt mit Steinen, die er im ganzen Land zusammengetragen hat, eine Art Hoehle nachgestaltet. Sie wirkt sehr eindrucksvoll und laedt zum Verweilen ein. Es gibt dazu eine Broschuere in Thai, die ich versuchen werde zu uebersetzen. Vielleicht finde ich jemanden, der mir dabei hilft.

In der Sala des Wat stehen verschiedene Buddhafiguren aus den unterschiedlichen Kulturperioden und Stilrichtungen. Leider habe ich mir diese beim Fotografieren nicht gemerkt. Als ich das an einem spaeteren Tag nachholen wollte waren die Figuren wieder anders arrangiert und die (englischsprachigen) Erklaerungen waren nicht mehr vorhanden. Ich werde also versuchen muessen, das anhand meiner sonstigen Aufzeichnungen und Recherchen nachzuvollziehen. Auch hier werde ich bestimmt Hilfe finden.
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Re: Die Reise 2007 - Zwischenruf

Beitragvon dogmai » Donnerstag 9. August 2007, 05:21

Endlich kann ich wieder. Nicht dass ich daran gezweifelt haette, aber drei Tage lang konnte ich von hier aus keinen Bericht einstellen, entweder war die Leitung von TH aus tot, oder ich konnte das Forum nicht erreichen, oder ich konnte die Beitraege nicht speichern.

Naja, wenn es jetzt wieder funktioniert - auf gehts. Ich werde auch versuchen, das ein oder andere Foto hochzuladen, ich habe ja noch Irfanview auf meinem USB-Stick.
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Re: Die Reise 2007 - 011 Erste Begegnung

Beitragvon dogmai » Donnerstag 9. August 2007, 05:25

23JUL

Wieder mit dem Song Thaew fahre ich morgens zur TAT. Dazu muss ich am Markt das Auto wechseln, bis zum Sima Hotel faehrt die Linie 6, und dort befindet sich auch die TAT. Ich lasse mir die neueste Broschuere des Changwat Nakhorn Ratchasima geben sowie einige neue Karten. Man ist sehr freundlich, und ich zeige ihnen meinen letzten Eintrag im Gaestebuch aus 2005. Danach suche ich das Sima auf, um mich wie ueblich dort etwas abzukuehlen und zur Toilette zu gehen. Ich treffe im Foyer auf die deutsche Zufallsbekanntschaft vom ersten Volleyballtag, der mit seiner Frau hier drei Wochen wohnt. Was er denn schon gesehen habe bisher, frug ich ihn. Och, bis auf das Volleyballspiel noch nichts, aber er moechte gerne einmal mit dem Bus nach Phi Mai fahren, dort war er noch nie, obwohl er bereits zum dritten Mal in Thailand ist, und am Freitag fliege er doch schon wieder nach Hause. Drei Wochen Korat, drei Wochen Sima Hotel, kein Ausflug, nur einer vielleicht. Aber seine Frau baue ja gerade ihr Haus, und naechstes Mal werde er sicher schon dort wohnen. Das ist das Leben.

Ob er sich auch mal einen Expat nennen wird?
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Re: Die Reise 2007 - 012 Ungewissheit

Beitragvon dogmai » Donnerstag 9. August 2007, 05:26

22JUL

Heute spielt die deutsche Mannschaft gegen Thailand, und das kann und will ich mir nicht antun. Im Kopf deutsch, im Herzen thai. Wem sollte ich da zujubeln? Als ich wieder zuhause bin wird das Spiel gerade im Fernsehen uebertragen. 1:0 fuer Thailand, danach Satzausgleich, dann wieder Satzgewinn fuer Thailand. Danach wird die Uebertragung abgebrochen, es folgen Nachrichten und weitere Sendungen – ich kriege das Ergebnis nicht mit. Mit dem Laoptop kirege ich gerade keine Internetverbindung, in der Soi 5 ist niemand zuhause. Irgendwie will ich es wissen, aber no chance. Auch das ist Leben.

Spaeter werde ich wissen, dass Thailand 3:1 gewonnen hat. Das Herz jubelt :swinging:
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Re: Die Reise 2007 - 013 Wasserspiele

Beitragvon dogmai » Donnerstag 9. August 2007, 05:30

24JUL

Morgens ist zum Duschen kein Wasser im oberen Stockwerk, deshalb muss ich das unten aus der Tonne tun. Ist eigentlich auch kuehler, denn das Leitungswasser erfrischt keineswegs so richtig. Ich mache mir Gedanken, warum das Wasser morgens waermer ist als abends. Ich denke, dass es nachts kaum abgerufen wird und sich so im Wasserturm staerker aufwaermt, somit morgens richtig warm aus der Brause fliesst, waehrend es tagsueber staendig genutzt, somit also oefter aus der kalten Erdleitung aufgefuellt wird.

Insgesamt jedenfalls benoetige ich im Sommer kein Warmwassergeraet, denn das Wasser ist immer warm, manchmal sogar sehr warm, waehrend es im Winter da, wie mir spaeter Werner bestaetigt, doch weitaus kuehler ist. Das wird eine Anschaffung fuer spaeter sein, die Kosten dafuer belaufen sich auf etwa 2500 bis 3500 Baht.

Uebrigens war heute der Kurs 1:46,303, bei der Bankabhebung wurde mir 1:46,947 umgerechnet, bei einzurechnenden fuenf Eu Gebuehren also nicht wesentlich schlechter.
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Re: Die Reise 2007 - 014 Wieder Volleyball

Beitragvon dogmai » Donnerstag 9. August 2007, 05:34

24JUL

Heute schaue ich mir wieder Volleyballspiele an, es sind die letzten Gruppenpiele. Deutschland besiegt die Kopftuchfrauen aus Aegypten recht locker, Thailand schmettert die Dominikanische Republik in Grund und Boden (neben Volleyball begutachte ich auch noch das Aussehen der Spielerinnen fachmaennisch, hier gewinnt allerdings die DomRep :angel: ), und die USA gewinnt gegen das bis dahin unbesiegte China 3:2. Die Chinesinnen sind ausserordentlich freundlich, und die Auswechselspielerinnen bringen die Thais waehrend des Spieles auf ihre Seite, indem sie in den Spielpausen waehrend des Warmlaufens immer wieder in das Publikum winken und Handkuesse verteilen. Wirklich reizend, aber es hilft nicht.

Heute haben Herz und Kopf gejubelt, jedes zu seiner Zeit :trulla:
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Re: Die Reise 2007 - 015 Tuk Tuk

Beitragvon dogmai » Donnerstag 9. August 2007, 05:37

24JUL

Da es nach den Volleyballspielen doch recht spaet geworden ist kann ich mit dem Song Thaew zwar noch bis zur Stadtmitte fahren, aber die Linie 5 zu uns faehrt nicht mehr. Da ist der Suburb doch noch wie auf dem Lande. Ich rufe also ein Tuk Tuk und nenne ihm die Adresse. Diese aber wurde mir in einer Kleinigkeit falsch uebersetzt. Ich weiss von Ban Villa, richtig aber ist Ban Rung-Arun Vil. Der Fahrer macht mir den Preis von 80 Baht. Als er aber zu frueh und in die verkehrte Richtung abbiegt korrigiere ich ihn und erklaere ihm den genauen Weg. Oh, sagt er, das geht aber nicht fuer 80 Baht. Wieviel denn? Kann er mir erst nach Ankunft sagen. Ich mache mich auf Einiges gefasst und lasse ihn gewaehren, notfalls habe ich am Ziel ja einige Helfer. Er verlangt dann 100 Baht, also 20 Baht mehr, und das wiederum finde ich ganz in Ordnung, denn der Fehler lag ja auf meiner Seite. Ich habe bisher noch bei keinem der Tuk Tuk - Fahrer irfendetwas entdeckt wie Abzockverhalten oder dergleichen. Sie sind alle sehr korrekt gewesen, in der Preisgestaltung als auch in der Fahrweise und -strecke.
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Re: Die Reise 2007 - 016 Kultur

Beitragvon dogmai » Donnerstag 9. August 2007, 05:39

25JUL Museum

Wat Sutthachinda
Heute fuehrt mich mein Besuch in das Wat Sutthachinda, das auch das Museum beherbergt. Es ist ein sehr kleines Gebaeude, ein Besuch lohnt sich nicht so wirklich. Aber nun bin ich doch zum ersten Mal hier und ich zahle auch bereitwillig die 20 Baht Eintritt. Meine Frage nach Fotografieren wird mit strengem Laecheln verneint, aber, so haucht mir die Kassiererin zu,sie sei ja alleine und in die Ecken des Museums koenne sie doch nicht hineinsehen. So gelingen mir also doch ein paar Fotos ohne Blitzlicht.

Wat Phra Narai.
Die naechsten Besuche gelten dem City Pillar und danach Wat Phra Narai in der gleichen Strasse. Dort wird gerade die Moenchsversammlung des Changwat abgehalten. Ein junger Moench spricht mich in gutem Englisch an und fuehrt mich dann durch das Wat. Der Bot steht auf einer Insel, und im Wasser dort leben groessere Tiere, die ich aber noch nicht identifiziert habe. Ich werde auch hier die Literatur zu Hilfe nehmen muessen. Er wollte mir den Namen der Tiere in Thai nicht sagen, da das ein boeses Wort sei, das er als Moench nicht aussprechen duerfe. Auch dieser Hinweis hilft mir beim Nachfragen nicht weiter. Man sagte mir, das seien Warane, aber danach schaute der Kopf der Tiere wieder nicht aus.
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Re: Die Reise 2007 - 017 Optisches

Beitragvon dogmai » Donnerstag 9. August 2007, 05:40

26JUL

Heute fahre ich mit den Kindern zur Mall und besuche das Schwimmbad. Es ist, wie an anderer Stelle schon erwaehnt, wirklich besuchenswert und die Kinder haben ihren Spass. Spaeter treffe ich mich auch noch mit meiner Frau, die dann weiter fuer die Kinder sorgt. Ich moechte fuer meine Brille einen getoenten Vorsatz kaufen, der mir in der Mall ueberall fuer etwa 250-300 Baht angeboten wird. Auf dem Rueckweg von Lotus, in dem ich Teile fuer den Haushalt gesucht habe, komme ich an einem Optiker direkt neben The Mall vorbei und gehe einfach mal hinein. Dort wird mir dieser Vorsatz fuer 180 Baht innerhalb von 20 Minuten gleich angepasst. Das ist absolute preiswert, und ich hole meine Frau ebenfalls nach hierhin. Sie hat Probleme mit ihrer Brille, die sich an ihren Wangen reibt. Ein Hinweis darauf, dass sie in letzter Zeit auch im Gesicht etwas zugenommen hat ist an dieser Stelle absolute unangebracht. Man setzt ihre Glaeser einfach in ein neues Gestell, und sie ist absolute happy. Das Ganze dauert etwa 1 Stunde, und ich werde in dieser Zeit in der Mall einen Kaffee trinken gehen.
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Re: Die Reise 2007 - 018 Zweite Begegnung

Beitragvon dogmai » Donnerstag 9. August 2007, 05:45

26JUL

Als ich das Cafe betrete faellt mir unwillkuerlich ein Satz von hello_farang wieder ein: … und hinter jeder Theke steht eine Miss Thailand. Auch hier ist es so, und diese Miss Thailand hinter der Kaffeetheke kann auch noch Capuccino herstellen vom Feinsten. Ich setze mich mit meiner Tasse an einen Tisch am grossen Fenster zur Passage, und mir stockt fuer einen kurzen Augenblick der Atem. Ist die Kaffeeteuse eine Miss Thailand, so sitzt jetzt am Nebentisch Miss Universum. Ich glaube nicht, dass sich in meiner Erinnerung ein vollkommeneres Thaigesicht versteckt, und ich kann den Blick kaum von dieser Frau loesen, vermeide aber nach bestem Koennen, sie anzustarren. Als sich einmal unsere Augen treffen legt sich ein feines Laecheln auf ihr Gesicht, ganz so als wuesste sie, was mich jetzt bewegt und warum. Ihre zartgliedrigen Finger spielen sanft mit einer kleinen Holzfigur, aber sie macht keineswegs den Eindruck, als langweile sie sich. Als ihr das Figuerchen entgleitet und zu Boden faellt greift sie mit einer etwas linkischen Bewegung danach, haelt aber inne und kann es nicht erreichen. Ich stehe auf, hebe es auf und lege es wortlos auf ihren Tisch. Sie bedankt sich in englisch. Ihre Stimme fasziniert mich ausserordentlich, sie ist fein, klar, und sie drueckt sich sehr gut aus. Woher ich denn komme, fragt sie mich. Deutschland wuerde sie sicher gerne einmal besuchen, sie habe schon viel davon gehoert. Sie ergeht sich dabei nicht in Phrasen und Floskeln, sondern spricht sehr ueberlegt, und im weiteren Gespraech bittet sie mich, doch an ihrem Tisch Platz zu nehmen.

Nie hat bei mir eine Tasse Capuccino laenger gehalten als diese. Wir erzaehlen uns, wie es doch bei Gespraechen mit Thais ueblich ist, ein wenig voneinander, auch dass sie im letzten Jahr einen Autounfall hatte erfahre ich von ihr ganz beilaeufig. Und ich erzaehle ihr, dass meine Frau sich gerade eine neue Brille machen laesst und dass ich es fuer ein Glueck halte, mir dieses Cafe fuer eine kurze Pause ausgesucht zu habe. Irgendwann geht diese Zeit zu Ende, endet diese kleine Begegnung. Ich verabschiede mich von ihr, sie wuenscht mir viel Glueck fuer mein Leben.

Aus der Passage schaue ich zurueck durch die grosse Scheibe, schaue hin zu ihrem Tisch. Mit einem etwas verlorenen Laecheln hat sie mir auch nachgeschaut, jetzt dreht sie ihren Rollstuhl wieder ganz zum Tisch hin, den Rollstuhl, den sie benoetigt, weil sie bei dem Unfall beide Unterschenkel verloren hat und sich noch nicht auf Prothesen bewegen kann.
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