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Wenn ein "Kegelclub" über das "lange" Wochenende nach Mallorca fliegt um dort im "Oberbayern" oder sonstwo zu toben ist das ein "erzählenswertes" Erlebnis und jeder Daheimgebliebene wartet gespannt auf die Reiseberichte. Reiseberichte natürlich die das "Thema Nr.1" enthalten müssen. Und jeder "Zurückgekehrte" ist stolz darauf zu behaupten, dass er soundsoviele vergnügungssüchtige Hausfrauen "flach gelegt habe". Und man(n) hört dann (neidisch ?) zu.

 

Im August 2005: Die Realität

Im August 2005 wurde ein 42-jähriger deutscher Staatsangehöriger auf dem Flughafen Hongkong/China bei der Ausreise nach Thailand festgenommen. Er befand sich im Besitz von ca. 1.000 Bilddateien sowie einer nicht unerheblichen Anzahlk DVDs mit kinderpornografischen Videofilmen.

Bei der anschließend durchgeführten Wohnungsdurchsuchung wurde weiteres kinderpornografisches Material aufgefunden. Im Rahmen der ersten Auswertung durch die Hongkong Police wurden Aufnahmen festgestellt, die den Beschuldigten selbst bei Missbrauchshandlungen zeigen.

Der Mann wurde in Haft genommen Eine Freilassung auf Kaution wurde abgelehnt. Bereits der Besitz von kinderpornografischen Materials kann in Hongkong mit einer Freiheitsstrafe von bis zu acht Jahren geahndet werden. Bereits zwei Monate vorher wurde eine Polizeidienststelle darüber informiert, dass ein deutscher Staatsangehöriger in E-Mail-Kontakt mit einem verdeckten Ermittler stehe und bereits konkrete Absprachen zum sexuellen Missbrauch von Mädchen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren anlässlich eines bevorstehenden Aufenthaltes in Thailand im August getroffen habe. Im Rahmen dieser Kontakte hatte der Tatverdächtige bereits kinderpornografisches Material übersandt und mitgeteilt, große Mengen teilweise selbst hergestellten Materials zu besitzen. Der Tatverdächtige konnte identifiziert werden.

Auf Grund der Fortführung des Kontaktes mit dem Ermittler wurde bekannt, dass der Tatverdächtige am Ende August von Hongkong nach Thailand reisen und 60 einschlägige Videofilme mit nach Thailand bringen werde. Mit den beteiligten Behörden wurde vereinbart, den deutschen Staatsangehörigen bei der Ausreise zu kontrollieren.

Thailand kommt im Rahmen der Bekämpfung des Kindersextourismus seit Jahren eine zentrale Rolle zu und ist bei ca. 30 % der hier bekannt gewordenen Missbrauchsfälle Ziel deutscher Tatverdächtiger. Die steigende Bedeutung dieses Deliktes für die Strafverfolgung auch in den Zielstaaten zeigt sich u.a. darin, dass im Juni 2005 bei der Royal Thai Police eine für diesen Deliktsbereich speziell zuständige Dienststelle eingerichtet wurde, die auch mit dem vorgenannten Fall betraut war.

Wenn jemand nach Thailand fliegt und dann dazu noch alleine als Abkömmling des männlichen Geschlechts ... ist er abgestempelt. Das kann ja nur einer dieser Sextouristen sein. Schliesslich hat man ja schon soooooooooo viel darüber gehört und gelesen und man weiss daher Bescheid. Manchmal frage ich mich, ob da nicht heimliches Wunschdenken eine grosse Rolle spielt.

Immer wenn ich eine Reise nach Thailand plane, muss ich mir aus dem Kollegen- und Bekanntenkreis im Vorfeld eindeutige Fragen und Bemerkungen anhören. Fragen vor deren Beantwortung ich manchmal resignieren möchte. Sollen sie doch denken was sie wollen. Komisch ... noch nie einer hat mich gefragt, wie die Trekking-Tour war oder ob der Verkehr in Bangkok tatsächlich so chaotisch ist und die banale Frage nach dem Klima kommt, wenn überhaupt, nur vielleicht am Schluss einer Unterhaltung. Und wenn man dann, wenn auch beiläufig erwähnt, dass man auch, wenn auch nur für eine Nacht, in Pattaya war, ist eigentlich alles klar. Man wusste es ja schon immer ... ein Sextourist. Unbestritten ... ein Teil der Reisenden kann man als solche bezeichnen. Zu meinen, dass dies nicht so ist wäre heisst mit verbundenen Augen durch die Welt laufen. Aber "solche" fliegen aber auch nach Mallorca" ... 

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