26. Dezember 2004:
Durch ein Erdbeben im
Indischen Ozean vor der Insel Sumatra der Magnitude 9,0
auf der Richterskala - das seit Beginn der Aufzeichnungen
erst fünfte Beben in dieser Stärke - ereignete
sich eine der bisher schlimmsten Tsunami-Katastrophen
der Geschichte.
Mindestens 300.000 Menschen
(Stand: 9. Februar 2005 14:02 MEZ) in 8 asiatischen Ländern
(insbesondere Indonesien/Sumatra, Sri Lanka, Indien, Thailand,
Myanmar, Malediven, Malaysia und Bangladesh) wurden getötet.
Die Flutwelle drang mehrere tausend Kilometer bis nach
Ost- und Südostafrika vor; Opfer wurden auch aus
Somalia, Tansania, Kenia, Südafrika, Madagaskar und
von den Seychellen gemeldet.
|
|
Vom
Traum zum Alptraum
Sonne, schattenspendende Palmen, im warmen Meer auf Luftmatratzen
plätschern. John und Jackie Knill haben sich ihren
Traumurlaub in Thailand gegönnt. Sie wissen noch nicht,
daß dies die letzten Tage ihres Lebens sind...
Eine
Riesenwelle reißt die beiden kanadischen Touristen
in den Tod. Sie haben die letzten Minuten davor fotografiert. |
 |
Das
Wasser wird seltsam
In
Khao Lak, 26. Dezember 2004, 8.20 Uhr. Der Strand sieht
normal aus. Minuten später zieht sich das Wasser zurück... |
 |
Das
unvorstellbare Grauen
Dann kommen die Wassermassen zurück. Die Knills halten
den Moment fest, als auf der See, noch weit entfernt, Wellen
mit Schaumkronen zu sehen sind. Sie können nicht ahnen,
wie mörderisch und gewaltig sie sein werden...
|
 |
Es
kommt näher
Noch einmal drücken die Knills auf den Auslöser
der Kamera. Näher am Strand von Khao Lak sind die Wellen
schon als gewaltig zu erkennen.
|
 |
Eine
Wand
Eine Wand aus Wasser baut sich vor den Knills auf. Sie verlassen
ihre Position am Strand jedoch nicht, halten die letzten
Sekunden im Bild fest.
|
 |
Der
machtlose Mensch
Winzig wirken die Steinbarrieren am Strand, die eigentlich
Wellen brechen sollen. Klein und zerbrechlich sieht das
Fischerboot aus, ein Mensch steht allein da - in Todesgefahr...
|
 |
Das
letzte Foto
Der Tsunami rast über von Menschenhand geschaffene
Barrieren einfach hinweg. Das Wasser ist jetzt der unbesiegbare
Feind. Jackie und John Knill sind ihm erlegen.
Neben
ihren Leichen findet man die Digitalkamera mit diesem Vermächtnis. |
Die
Flutwelle erreichte bei Khao Lak, bedingt durch das flache Ufer,
eine Höe von ca. 12 Metern. In Thailand ist besonders die
touristisch erschlossene Küste um Phuket und Phi Phi von
den Flutwellen betroffen. Die offizielle Opferzahl liegt momentan
bei 5.395 (19.02.2005), davon etwa 2400 Ausländer. Für
die 2.991 Vermissten besteht nach Regierungsangaben kaum noch
Hoffnung. Ein norwegischer Diplomat gab an, alleine in Khao Lak
seien 4000 Tote zu beklagen. Mehr als 4100 Menschen würden
noch vermisst, sagte Premierminister Thaksin Shinawatra nach einem
Besuch in der Katastrophenregion. Er rechnet mit mehr als 7000
Toten.
Pressemitteilung
zum Jahrestag am 26.12.2005:
Trauer zum Jahrestag des Tsunami
in Asien
26.12.2005 - Phuket (dpa) - Ein Jahr nach dem verheerenden Tsunami
haben am Indischen Ozean zehntausende Menschen der mehr als 220
000 Opfer gedacht. Doch zahlreiche Leichen konnten bisher immer
noch nicht gefunden werden. Es ist zu vermuten, dass sie auch
nicht mehr gefunden werden. Das Meer wird sie für immer behalten.
Ihre Zahl ist nicht genau bekannt.
Tausende von Einheimischen und
Ausländern kamen in Thailand zusammen, um gemeinsam an die
Toten zu erinnern. Auch in Sri Lanka und Indien beteten zahlreiche
Menschen in religiösen Zeremonien für die Opfer der
Flut, bei der auch mehr als 500 Deutsche starben. Zu den Feierlichkeiten
in Thailand waren Angehörige von ausländischen Touristen
angereist, die von den Flutwellen getötet worden waren. |